Die Inflation in der Ukraine hat sich in den letzten Monaten beschleunigt und nähert sich 5 %. Es wird jedoch prognostiziert, dass sie weiter steigen und im nächsten Jahr zu sinken beginnen wird.
Im Rahmen einer Pressekonferenz erklärte Andriy Pyshny, Vorsitzender der Nationalbank der Ukraine, dass die Inflation dank der ausgewogenen Zins- und Wechselkurspolitik der NBU sowie der Abschwächung des externen Inflationsdrucks bis 2025 auf 6,6 % sinken könne. Im Jahr 2026 solle die Inflation vor dem Hintergrund der schrittweisen Normalisierung der Wirtschaft und der Verbesserung der Energielage wieder das Ziel der NBU von 5 % erreichen.
Andrij Pyshny betonte zudem, dass sich die wirtschaftliche Erholung der Ukraine fortsetzen werde, wenngleich sie aufgrund der Kriegsfolgen, insbesondere der erheblichen Schäden am Energiesystem, eingeschränkt sein werde. Im ersten Halbjahr 2024 setzte sich das Wirtschaftswachstum fort, verlangsamte sich jedoch aufgrund großangelegter russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur. Trotzdem habe sich die Wirtschaft teilweise an die anhaltenden Stromausfälle angepasst, und der stabile Betrieb des Seewegs habe die Wirtschaftstätigkeit gestützt.
„Trotz der Stromknappheit und der geringeren Ernten im Vergleich zum Vorjahr hat die NBU ihre Wirtschaftswachstumsprognose für dieses Jahr sogar leicht auf 3,7 % angehoben. Dies ist auf bessere Ergebnisse im ersten Quartal und die erwartete Ausweitung der Budgetanreize sowie auf den Ausbau der dezentralen Energieerzeugung, insbesondere mit Unterstützung groß angelegter Kreditprogramme, zurückzuführen“, bemerkte Pyshny.
Laut Aussage des NBU-Vorsitzenden werden die schrittweise Normalisierung der Rahmenbedingungen für das Funktionieren der Wirtschaft, die Beibehaltung einer lockeren Fiskalpolitik, die Entwicklung von Exportrouten und die Wiederbelebung der Auslandsnachfrage dazu beitragen, die Wachstumsrate des realen BIP in den Jahren 2025-2026 auf 4-5% zu beschleunigen.
Laut dem staatlichen Statistikdienst lag die Verbraucherinflation in der Ukraine im Juni im Jahresvergleich bei 4,8 Prozent und beschleunigte sich damit gegenüber Mai (3,3 Prozent). Die Inflation auf dem Konsumgütermarkt betrug im Juni im Vergleich zum Mai 2,2 Prozent und liegt seit Jahresbeginn bei 4,3 Prozent.
Laut dem makroökonomischen und geldpolitischen Bericht der Nationalbank der Ukraine (NBU) beschleunigte sich die Verbraucherinflation im Juni aufgrund der Erschöpfung der Vorjahresernte und der Abwertung der Hrywnja. Die weiteren Rückgänge der Lebensmittelpreise waren jedoch auf ein erhöhtes Angebot infolge des warmen Wetters zu Jahresbeginn sowie auf die reiche Ernte des Vorjahres und die Neuausrichtung der Erzeuger auf den Inlandsmarkt zurückzuführen.

