In seiner Stellungnahme zu den Maßnahmen der ukrainischen Regierung im Kampf gegen die Korruption betonte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko, dass die aktuellen Maßnahmen unzureichend seien. In einem Interview mit deutschen Medien äußerte Klitschko seine Überzeugung, dass die Mehrheit der Bürger seine Ansicht zum Mangel an Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung teile.
„Sie können diese Frage jedem Bürger stellen, und ich bin sicher, jeder wird mit ‚Nein‘ antworten“, sagte Klitschko auf die Frage, ob die ukrainischen Behörden genug gegen Korruption unternehmen. „Ich teile diese Meinung voll und ganz“, fügte er hinzu.
Zu seinem Verhältnis zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sagte der Bürgermeister von Kiew, er habe ihn seit Beginn der Invasion nie persönlich getroffen.
„Ich habe das seit Kriegsbeginn unzählige Male versucht, denn vieles hängt von der Hauptstadt ab“, sagte Klitschko. „Leider hatte ich aber keine Gelegenheit, Selenskyj persönlich zu treffen. Er hat wohl Wichtigeres zu tun.“ Laut dem Kiewer Bürgermeister herrsche im aktuellen Konflikt keine Einigkeit der politischen Kräfte. „Heute müssen wir zusammenhalten, wir müssen unsere politischen Ambitionen zurückstellen“, betonte Klitschko. „In einer solchen Situation in einen politischen Wettbewerb zu treten, ist dumm.“.
Die Frage, ob er selbst Präsident werden wolle, bezeichnete der Bürgermeister von Kiew als provokativ. „Viele Politiker denken nur an ihre Positionen. Die Ukraine könnte in wenigen Monaten aufhören zu existieren, wenn wir nicht stark werden“, argumentierte er. „Leider gibt es in der Zentralregierung zu viele Politiker, denen persönliche Ambitionen wichtiger sind als die Interessen des Landes.“.

