Trotz anhaltender Kämpfe und einer schwierigen Lage an der Front entwickelt sich der Konflikt in der Ukraine weiter. Das amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) stellt in seinem neuen Bericht fest, dass die jüngsten Erfolge russischer Truppen in der Nähe von Vugledar, Velyka Novoselka und anderen Gebieten darauf hindeuten, dass der Krieg noch nicht in einer Pattsituation festgefahren ist.
Region Donezk
Das Tempo der russischen Offensive in der Region Donezk hat zugenommen. Der Feind hat mehrere Ortschaften eingenommen, darunter Katerynivka, Elisawetivka und Iljinka, und seinen Vormarsch im Gebiet von Welyka Nowoselka bestätigt. Seit Anfang September haben russische Streitkräfte mehr als 1.100 Quadratkilometer erobert, was die Gebietsgewinne der Ukraine für das gesamte Jahr 2023 (387 Quadratkilometer) deutlich übertrifft.

Die Einnahme von Vugledar war ein strategisch wichtiger Schritt für weitere Operationen im Westen der Region Donezk. Russische Truppen versuchen nun, Welika Nowosisilka einzukesseln und ukrainische Einheiten in Richtung Pokrowski und Kurachowo zu blockieren.
Region Luhansk
Russische Truppen greifen weiterhin ukrainische Stellungen entlang der Linie Kupjansk–Swatowe–Kreminna an. Obwohl es keine offizielle Bestätigung der Erfolge des Gegners gibt, behaupten Militärblogger, mehrere Ortschaften, darunter Kopanki und Perschocranewe, eingenommen zu haben.
In vielen Siedlungen, darunter Kindrashivka, Synkivka, Lozova und Hlushkivka, finden Kämpfe statt.

Region Charkiw
Im Nordosten der Region Charkiw führten die Russen Offensivoperationen bei Wowtschansk und Tychy durch. Diese blieben jedoch erfolglos. Auch für einen ukrainischen Gegenangriff auf Schurawlivka (Region Belgorod) gibt es keine unabhängige Bestätigung.

Süden
In der Region Saporischschja behaupten die Russen, nahe Robotyne, Malaya Tokmatschka und Bilogirja vorzurücken. Der ISW bestätigt diese Meldungen jedoch nicht. In der Region Cherson dauern die Stellungskämpfe an, ohne dass sich die Frontlinie wesentlich verändert hat.

ISW Allgemeine Schlussfolgerungen
Das russische Oberkommando sucht weiterhin nach Schwachstellen in der ukrainischen Verteidigung, doch das Tempo der Offensive verläuft deutlich langsamer als zu Beginn der großangelegten Invasion. Zu den wahrscheinlichen Szenarien für weitere Aktionen gehören verstärkte Angriffe in Richtung Kurakhiv, Orikhiv und Hülyaipil.

