Krafttraining verlängert das Leben und verbessert das Gedächtnis – wissenschaftlich erwiesen

Mit zunehmendem Alter sammeln wir nicht nur Lebenserfahrung, sondern verlieren auch Muskelmasse – und das kann ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen. Die gute Nachricht ist jedoch: Selbst im hohen Alter können Sie Kraft, Aktivität, Gedächtnis und Schlaf erhalten – wenn Sie regelmäßig Krafttraining betreiben.

Dies erklärte der Arzt und bekannte britische Journalist Michael Moseley im Podcast „Just One Thing“. Er riet dringend davon ab, das Krafttraining nach dem 30. Lebensjahr zu vernachlässigen, da die Muskeln in diesem Alter auf natürliche Weise schwächer werden, wenn sie nicht beansprucht werden. Seiner Ansicht nach erhalten Kraftübungen die Jugendlichkeit des Körpers bis auf Zellebene.

Muskeln bedeuten nicht nur Kraft, sondern auch Gehirnleistung

Studien, die Moseley zitiert, haben gezeigt, dass bereits 12 Wochen Krafttraining die Muskelmasse um 10 % und die körperliche Kraft um bis zu 150 % steigern können. Doch das ist noch nicht alles: Krafttraining wirkt sich positiv auf das Gedächtnis aus, verbessert die Schlafqualität und fördert sogar die Bildung neuer neuronaler Verbindungen im Gehirn.

Insbesondere zeigte ein Experiment, dass ein Jahr regelmäßiger Bewegung die Schlafdauer der Teilnehmer im Durchschnitt um 20 Minuten verlängerte.

Ist Krafttraining besser als Ausdauertraining?

Die Ergebnisse einer 12-jährigen Studie der Harvard University mit mehr als 10.000 Männern zeigten, dass selbst kurze Krafttrainingseinheiten effektiver im Kampf gegen Bauchfett sind als traditionelles Ausdauertraining.

Dies ist besonders wichtig, da Bauchfett Substanzen produziert, die den Stoffwechsel stören und das Diabetesrisiko erhöhen. Muskeln hingegen absorbieren Zucker aus dem Blut und senken so den Blutzuckerspiegel. Einer Studie zufolge reduziert jede 10%ige Zunahme der Muskelmasse das Risiko für Prädiabetes um dieselben 10%.

Übungen, die das Leben verlängern

Laut Moseley trägt ein 30- bis 60-minütiges Krafttraining pro Woche dazu bei, das Sterberisiko durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs um etwa 20 % zu senken.

Abigail Mackie, Professorin für Muskelphysiologie an der Universität Kopenhagen, warnt: Mit zunehmendem Alter sterben Muskelfasern ohne körperliche Aktivität ab. Dies geschieht durch den Verlust von Nervenverbindungen zwischen Muskeln und Gehirn. Krafttraining kann dies jedoch verhindern oder zumindest den Prozess verlangsamen.

Es ist nie zu spät anzufangen

Auch wenn Sie noch nie Sport getrieben haben, können (und sollten) Sie schrittweise, vorsichtig und unter Anleitung von Fachleuten mit Kraftübungen beginnen. Denn im Erwachsenenalter aktiv zu sein, ist die beste Investition in die Lebensqualität – sowohl körperlich als auch seelisch.

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