Die Angriffe auf den Energiesektor haben wieder begonnen. Warum greift Russland Städte an der Front an?

Der Wirtschaftswissenschaftler Andrian Prokip weist auf eine neue Taktik der Russen bei Angriffen auf die Energieinfrastruktur hin. Diese Taktik ist in den letzten Wochen deutlich geworden und könnte – mit Blick auf den kommenden Winter – langfristige Folgen haben.

Nach relativ ruhigen Herbst- und Wintermonaten, in denen das Kernkraftwerk Kurakhivska nur dutzende Male beschossen wurde, häufen sich nun die Angriffe auf die Infrastruktur der Frontregionen. Ende Januar und Anfang Februar die Infrastruktur in der Region Dnipropetrowsk getroffen, was zu einem Stromausfall in Krywyj Rih führte. Am 6. Februar wurde eines der Umspannwerke von Ukrenergo im Osten beschädigt.

Die Zerstörung von Strom- und Gasleitungen durch Granatsplitter hat deutlich zugenommen. Zehntausende Haushalte sind infolge solcher Angriffe ohne Strom. Die Zahl der Angriffe und Stromausfälle stieg im Februar sprunghaft an. Teilweise kam es auch zu Unterbrechungen der Wärmeversorgung. Allein am 7. Februar wurden in der Region Mykolajiw zwei Gasleitungen beschädigt.

Die Tragödie in Charkiw, als Drohnenangriffe auf ein Öldepot 15 Häuser niederbrannten und mindestens 7 Menschen töteten. Insbesondere Krementschuk und wichtige Energieinfrastruktur wurden getroffen.

In der Nacht zum 12. Februar wurden die Region Dnipropetrowsk und Pawlohrad erneut angegriffen. Insbesondere die Infrastruktur des Kohlebergbaus wurde attackiert. Sieben Bergwerke wurden von der Stromversorgung abgeschnitten, und tausend Bergleute waren unter Tage eingeschlossen. Außerdem wurden ein Industriebetrieb und mehr als 50.000 Haushalte ohne Strom.

Die Logik des Feindes ist klar – er suchte nach einer neuen Taktik des Beschusses. Und diese neue Taktik bestand offenbar darin, die Kohleversorgung ernsthaft zu gefährden. Für den aktuellen Winter, der sich dem Ende zuneigt, stellt dies aktuell keine Bedrohung dar. Doch die Frage bleibt: Wie werden wir den nächsten Winter überstehen?

Am linken Ufer herrscht ein Strommangel, und Angriffe in den frontnahen Regionen werden diesen Mangel und die damit verbundenen Probleme . Reparaturen in diesen Regionen sind naturgemäß deutlich schwieriger durchzuführen als in relativ friedlichen Gebieten. Dadurch entsteht eine Situation, in der viele Regionen keine Probleme mit der Stromversorgung haben, was den irreführenden Eindruck erweckt, es gäbe keine Probleme im Stromnetz.

Neben technischen Problemen müssen wir mit neuen, feindseligen IPSOs rechnen. Ihre bevorzugte Taktik ist es, die Bevölkerung untereinander zu spalten und zu beherrschen. Sollten in den Frontregionen ernsthafte Schwierigkeiten mit der Stromversorgung auftreten, in anderen Regionen jedoch nicht, müssen wir mit Angriffen rechnen, die darauf abzielen, die rückwärtigen und die Frontregionen voneinander zu trennen.

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