Andriy Avdievsky, ein Einwohner der Region Riwne, der von den Ermittlern als Mittelsmann in einem Bestechungsfall mit Beteiligung von SBU-Beamten angesehen wird, wurde nach Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 988.000 Hrywnja aus der Haft entlassen.
Dies berichtete der Anwalt des Verdächtigen, Maksym Boyko. Ihm zufolge wurde der geforderte Betrag von einer juristischen Person gezahlt, für die Avdievskyi zuvor gearbeitet hatte.
Gleichzeitig befindet sich eine weitere in den Fall verwickelte Person – der stellvertretende Leiter der SBU-Abteilung in der Region Riwne, Ihor Brika – weiterhin in Untersuchungshaft. Das Gericht setzte für ihn eine Kaution in Höhe von 998.000 Hrywnja fest, die jedoch bisher nicht gezahlt wurde. Die Verteidigung hat gegen die Entscheidung Berufung eingelegt.
Den Ermittlungen zufolge soll Brika gemeinsam mit dem stellvertretenden Leiter des SBU in Kiew, Oleh Tokartschuk, Geld von Vertretern des Bernsteinhandels erpresst haben. Konkret geht es um rund 600.000 Hrywnja, die Tokartschuk angeblich für Straffreiheit gefordert haben soll, sowie um regelmäßige Zahlungen von 100 US-Dollar pro Tag, die Brika laut Ermittlern für seine „ungehinderte Tätigkeit“ erhalten haben soll.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Geldüberweisung über einen Mittelsmann, Avdievsky, erfolgte. Laut ihren Angaben sollen ihm 300.000 Hrywnja und 22.000 US-Dollar überwiesen worden sein. Er wurde bei der Entgegennahme eines Teils des Geldes festgenommen und anschließend wegen des Verdachts der Beihilfe zur Bestechung angezeigt.
Alle Beteiligten bestreiten ihre Beteiligung an dem Verbrechen.
Zuvor hatte der Oberste Antikorruptionsgerichtshof Präventivmaßnahmen gegen die Verdächtigen angeordnet. Avdievsky und Brik wurden in Untersuchungshaft genommen, wobei ihnen die Möglichkeit einer Freilassung gegen Kaution eingeräumt wird, während Oleh Tokarchuk eine Präventivmaßnahme in Form einer Freilassung gegen Kaution ohne Untersuchungshaft erhielt.
Die Ermittlungen in dem Fall dauern an.

