Die Carnivore-Diät, auch „Raubtierdiät“ genannt, erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei Menschen, die schnell abnehmen möchten. Sie beinhaltet den vollständigen Verzicht auf pflanzliche Lebensmittel zugunsten von Fleisch, Fisch, Eiern und anderen tierischen Produkten. Befürworter der Carnivore-Diät behaupten, dass diese Ernährungsweise ein anhaltendes Energiegefühl vermittelt, die Stimmung verbessert und sogar Entzündungen reduziert.
Ärzte und Ernährungswissenschaftler warnen jedoch vor den ernsthaften Gesundheitsrisiken einer solchen Monodiät. Hier die wichtigsten Probleme, auf die Experten hinweisen:
Völliger Mangel an Ballaststoffen
Eine Ernährung ohne Gemüse, Obst und Getreide führt automatisch zu einem Mangel an Ballaststoffen. Diese sind jedoch für eine normale Verdauung, eine gesunde Darmflora und die Vorbeugung von Verstopfung, Blähungen und Colitis unerlässlich. Eine langfristige Einhaltung dieser Diät kann zu ernsthaften Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts führen.
Vitamin- und Mineralstoffmangel
Ohne pflanzliche Lebensmittel erhält der Körper nicht genügend Vitamin C, Folsäure, Magnesium, Kalium und Antioxidantien. Dies kann zu Anämie, einer Verschlechterung des Hautzustands, einem geschwächten Immunsystem und Herz-Kreislauf-Problemen führen.
Erhöhte Belastung der Nieren und der Leber
Der Körper ist gezwungen, große Mengen an Eiweiß und Fett zu verarbeiten. Die Nieren arbeiten an ihrer Leistungsgrenze, insbesondere bei bestehenden oder unentdeckten Erkrankungen. Auch die Leber kann diese Belastung möglicherweise nicht verkraften, was zu einer Verschlimmerung bestehender oder zum Auftreten neuer Erkrankungen führen kann.
Krebsrisiko
Der regelmäßige Verzehr großer Mengen roten oder verarbeiteten Fleisches erhöht laut Forschungsergebnissen der WHO und führender Krebsinstitute das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.
Die Carnivore-Diät kann zwar kurzfristig zu Gewichtsverlust führen, ihre langfristigen Auswirkungen auf den Körper sind jedoch sehr umstritten. Es empfiehlt sich, vor einer Umstellung auf diese Diätform einen Arzt oder Ernährungsberater zu konsultieren.

