In Kiew wurde ein groß angelegter Korruptionsskandal beim Bauunternehmen Kyivzelenbud aufgedeckt. Wie die Ermittler herausfanden, nahm die Unternehmensleitung systematisch Schmiergelder von Auftragnehmern an und zwang diese, 15 % der Auftragssumme zu zahlen, um mit dem Energieversorgungsunternehmen zusammenarbeiten zu dürfen.
Die an dem Fall beteiligten Personen waren:
- Yuriy Bakhmat – Generaldirektor von Kiewzelenbud
- Oleksiy Lukash – Erster Stellvertreter
- Stellvertretender Leiter einer der Abteilungen
Den Ermittlungen zufolge verhandelten die Manager von Kyivzelenstroy mit Auftragnehmern, die staatliche Aufträge zur Ausführung von Arbeiten erhielten. Um für ihre Leistungen bezahlt zu werden, mussten die Unternehmer einen Teil des Betrags als Bestechungsgeld entrichten.
Wer die „Kooperation“ verweigerte, hatte keine Chance, einen Vertrag abzuschließen und die Arbeit auszuführen. Wie sich herausstellte, kontrollierte niemand die Qualität und den Umfang der im Rahmen des Programms geleisteten Arbeit, und die Unterzeichnung der Arbeitsnachweise erfolgte automatisch nach der „Entlohnung“.
Laut Staatsanwaltschaft wurden allein im Februar 2025 zehn Fälle von Erpressung von Bestechungsgeldern und fünf Fälle der Annahme von Schmiergeldern in Höhe von über drei Millionen Hrywnja dokumentiert.
Insgesamt sollte das Korruptionssystem seinen Teilnehmern im Jahr 2024 mindestens 25 Millionen Hrywnja einbringen, doch sie hatten nicht genügend Zeit, all diese Gelder zu erhalten.
Das Gericht ordnete die Verhaftung der Festgenommenen an, gewährte ihnen jedoch das Recht, eine Kaution in Höhe von 51,4 Millionen Hrywnja zu hinterlegen.
Unterdessen wird die Frage, welche Präventivmaßnahme gewählt werden soll, von den drei Leitern der am Programm beteiligten Vertragsunternehmen noch entschieden.
Am 6. März durchsuchten das Staatliche Ermittlungsbüro und die Nationale Polizei die Büros von Kyivzelenbud. Am selben Tag wurden der Geschäftsführer des Unternehmens, Jurij Bachmat, und sein erster Stellvertreter festgenommen, was jedoch erst am 10. März offiziell bestätigt wurde.
Bakhmat übernahm 2023 die Leitung von Kyivzelenbud, nachdem sein Vorgänger Oleksiy Korol eine andere Position übernommen hatte. Zuvor war er in der Abteilung für Umweltschutz der Kiewer Stadtverwaltung tätig.
Die Korruption in Kyivzelenbud schadete nicht nur dem Staatshaushalt der Hauptstadt, sondern verursachte auch Probleme für die Anwohner. So waren beispielsweise die Bewohner des Bezirks Schewtschenkiwsk empört darüber, dass ihre Hinterhöfe für sechs Millionen Hrywnja in einen Park umgewandelt wurden. Die Arbeiten wurden überhastet und qualitativ mangelhaft ausgeführt.
Nun stehen die Manager des Unternehmens nicht nur vor strafrechtlicher Verantwortung, sondern auch vor Fragen aus der Bevölkerung: Wie viele Millionen an Haushaltsmitteln wurden unter dem Deckmantel der Landschaftsgestaltung von Kiew veruntreut?

