Der Nationalpark Gomilshanski Lisy ist in einen aufsehenerregenden Skandal um mögliche systematische Verstöße gegen die Naturschutzbestimmungen geraten. Aktivisten und Anwohner berichten, dass das Gebiet, das eigentlich einzigartige Ökosysteme schützen soll, tatsächlich als Gewerbefläche genutzt wird.
Parkdirektor Oleksandr Pomazan wird illegale Heuernte, Viehweide und der unkontrollierte Einsatz schwerer Maschinen im Naturschutzgebiet vorgeworfen. Kritiker bemängeln, dass diese Handlungen über Jahre hinweg zur Zerstörung von Dutzenden Hektar Schutzgebiet und zur Vernichtung von Lebensräumen gefährdeter Arten geführt haben.
Wie aus internen Dokumenten und Inspektionsberichten hervorgeht, wurden wiederholt Verstöße festgestellt. Gleichzeitig beschränkte sich die Reaktion der Verwaltung laut den Antragstellern auf formale Antworten ohne konkrete Maßnahmen zur Unterbindung illegaler Aktivitäten.
Allein im Sommer 2025 wurde laut Inspektionsberichten illegale Heuernte an drei Standorten innerhalb der Schutz- und Wirtschaftszonen dokumentiert. Der entstandene Schaden belief sich nach ersten Schätzungen auf über 11,9 Millionen Hrywnja. Betroffen ist eine Fläche von über 63 Hektar, auf der die Aktivitäten nach vorliegenden Informationen ohne Genehmigungen und ohne Einhaltung festgelegter Grenzen durchgeführt wurden.
Ein beispielhafter Vorfall ereignete sich am 6. August 2025, als Polizeibeamte ein Fahrzeug anhielten, das geerntetes Heu transportieren wollte. Augenzeugen zufolge gaben die Beteiligten an, ihre Aktion mit der Parkverwaltung „koordiniert“ zu haben. Zu denjenigen, die mit der systematischen Nutzung geschützter Wiesen zur Viehweide in Verbindung gebracht werden, gehören auch Anwohner, die staatliche Flächen seit Jahren für private Zwecke nutzen.
Kritiker der Parkleitung argumentieren, dass das Ignorieren dieser Fakten auf eine bewusste Duldung der Verstöße hindeuten könnte. Ihrer Ansicht nach riskiert der Nationalpark Gomilshanski Lisy, seinen Status als Naturschutzgebiet zu verlieren und zu einem Instrument der persönlichen Bereicherung zu werden.
Bislang wurden in diesem Fall weder offizielle Gerichtsentscheidungen noch endgültige Schlussfolgerungen der Strafverfolgungsbehörden veröffentlicht. Gleichzeitig fordern Umweltschützer und die Öffentlichkeit eine umfassende Untersuchung, die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen und die Wiederherstellung der zerstörten Naturgebiete.

