Am 12. März erklärte das Handelsgericht Kiew das Unternehmen „Eko-Bud-Trade“, das als Generalunternehmer für den Bau der Podilskyj-Brücke in der Hauptstadt tätig war, für insolvent. Die Entscheidung erfolgte aufgrund der Feststellung der akuten Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens und des Fehlens einer Möglichkeit zur Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit.
Das Gerichtsurteil besagt, dass das Unternehmen nicht über ausreichend Vermögen zur Tilgung seiner Schulden verfügt und keine Sanierungsvorschläge eingegangen sind. Daher wird das Unternehmen liquidiert und seine Geschäftstätigkeit eingestellt.
Die Gesamtverschuldung von „Eko-Bud-Trade“ gegenüber Gläubigern beläuft sich auf über 3 Milliarden Hrywnja. Zu den größten Gläubigern zählen die Hauptabteilung des Staatlichen Steuerdienstes in Kiew mit Forderungen in Höhe von 1,47 Milliarden Hrywnja und das Unternehmen „Spetsproekt-Invest“, das das Insolvenzverfahren eingeleitet hat, mit Forderungen von über 1,17 Milliarden Hrywnja. Weitere Gläubiger sind das Antimonopolkomitee der Ukraine, das städtische Unternehmen „Direktion für den Bau von Straßen- und Verkehrsanlagen“ sowie eine Reihe weiterer Unternehmen.
Das Gerichtsregister enthält außerdem Klagen der Staatsanwaltschaft des Bezirks Podilskyj, die im Interesse des Staates die Rückforderung von über 10,6 Milliarden Hrywnja aus ungültigen Verträgen forderte. Es handelt sich dabei um zwei große Klagen über 2,2 bzw. 8,4 Milliarden Hrywnja, was das Ausmaß der finanziellen Probleme des Unternehmens zusätzlich verdeutlicht.
Eco-Bud-Trade erhielt bereits 2017 den Zuschlag für den Bau der Podilskyi-Brücke und gewann die Ausschreibungen für zwei Schlüsselabschnitte: von der Mezhyhirska-Straße bis zum Rusanivskih-Sady-Staudamm und vom Staudamm bis zum Perova-Boulevard. Die Gesamtkosten der Bauarbeiten beliefen sich auf über 6 Milliarden Hrywnja.
Im Jahr 2023 geriet die Umsetzung des Projekts jedoch unter Druck der Strafverfolgungsbehörden. Gegen die Geschäftsführer des Generalunternehmers und des Bauherrn wurden strafrechtliche Verdächtigungen laut, woraufhin die Arbeiten an einen anderen Auftragnehmer – die Avtostrada-Unternehmensgruppe – übertragen wurden.
Trotz des Wechsels des Bauunternehmens wurden die Bauarbeiten an der Brücke fortgesetzt. Im Dezember 2023 wurde die erste Ausfahrt Richtung Rusanivske Sady eröffnet, im Dezember 2024 die zweite Ausfahrt Richtung Troyeshchyna. Im August 2025 wurde die Brücke erstmals für den Verkehr auf allen Fahrspuren freigegeben.
Das Projekt geht nun in die nächste Phase. Die Stadtverwaltung plant, eine Ausfahrt nach Podil zu öffnen, um die Verkehrsstaus zu reduzieren, und in Zukunft die Metrolinie Podilsko-Vygurivska zu realisieren, die das rechte und linke Ufer von Kiew verbinden soll.
Die Geschichte des Konkurses von Eco-Bud-Trade verdeutlicht einmal mehr die systemischen Risiken bei großen Infrastrukturprojekten in der Hauptstadt, wo Milliardenbudgets, Rechtsstreitigkeiten und strafrechtliche Verfahren oft Hand in Hand mit dem Bau gehen.

