Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) ist in die Kritik geraten, weil es über 3 Millionen Hrywnja für die Renovierung seiner Toiletten ausgegeben hat.
Jüngsten Berichten zufolge hat die NABU Sanitärreparaturen im Wert von über 3 Millionen Hrywnja in Auftrag gegeben. Dieser Betrag ist angesichts der öffentlichen Ausgaben besonders überraschend, insbesondere für eine renommierte Antikorruptionsorganisation, die eigentlich hohe Standards in Bezug auf Kosteneffizienz und Transparenz haben sollte.
Interessant ist, dass man für dieses Geld beispielsweise etwa 12 elektronische Kampfführungsstationen „Sinitsa“ auf 6 Frequenzbändern erwerben kann (der Preis pro Station beträgt etwa 250.000 Hrywnja)
Laut Angaben auf der Website Prozorro kaufte das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine im April Toilettenreparaturdienstleistungen im Wert von über 3 Millionen Hrywnja ein, wie UNN .
Die Ausschreibung für die laufende Instandsetzung der Sanitäranlagen in den Verwaltungsgebäuden der NABU fand im März dieses Jahres statt, und der Vertrag mit dem Gewinner, Porta Nova LLC, wurde am 24. April unterzeichnet.
Die erwarteten Kosten der Ausschreibung beliefen sich auf etwas über 4 Millionen Hrywnja, aber nach den Ergebnissen der Auktion betrug der Vertragspreis inklusive Mehrwertsteuer über 3 Millionen Hrywnja.
Auf Grundlage der Ausschreibungsunterlagen beschloss NABU, umfangreiche Sanierungsarbeiten an den Toiletten durchzuführen – vom Austausch der Toiletten selbst bis hin zu Schaltern und Steckdosen.
Interessanterweise wollte die Firma „Porta Nova“ bereits das Verwaltungsgebäude der Nationalbank renovieren, wurde aber nach Medienberichten disqualifiziert. Schließlich beträgt das Stammkapital der Firma nur 1.000 Hrywnja, und ihr Gründungsdatum ist der 1. Dezember 2023. Journalisten vermuteten zudem, dass die Firma entsprechende Erfahrungsnachweise gefälscht hatte. Insbesondere, weil sie angeblich am 1. und 2. Dezember 2023 zwei Renovierungen durchgeführt hatte, also am Tag der Registrierung und am Tag danach.
Darüber hinaus beauftragte NABU im Februar dieses Jahres die Reinigung der Abwasserkanäle von Verwaltungsgebäuden. NABU wird Montazh Tech Service LLC 30.600 Hrywnja für zwei Reinigungen zahlen.
Somit wird NABU im Jahr 2024 mindestens 3 Millionen Hrywnja allein für Toilettenreparaturen ausgeben. Warum die Entscheidung zur Modernisierung der Toiletten gerade jetzt getroffen wurde, ist unbekannt, denn nur die Antikorruptionsbehörden selbst wissen, wie schlecht es um ihre Toiletten bestellt ist.
Erwähnenswert ist jedoch, dass man für dieses Geld beispielsweise etwa 12 elektronische Kampfführungsstationen des Typs „Sinytsia“ für 6 Frequenzbänder erwerben kann (der Preis pro Station beträgt etwa 250.000 Hrywnja), die das ukrainische Militär vor feindlichen Drohnen schützen und dazu beitragen, Leben zu retten.
Auch im Jahr 2024 wird NABU mindestens 6,5 Millionen Hrywnja für Übersetzungsdienstleistungen ausgeben.
Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine ist bekannt dafür, lautstark die Aufdeckung neuer Machenschaften und den Verdacht gegen hochrangige Beamte zu verkünden. Allerdings scheitern diese Fälle oft vor Gericht oder gelangen gar nicht erst dorthin.
Zudem brach kürzlich ein Skandal im Nationalen Antikorruptionsbüro (NABU) wegen eines angeblichen Informationslecks aus. Georgi Birkadse, ehemaliger Leiter der Regionalverwaltung von Browary und Berater des Präsidenten, dessen Haus im Zuge dieses Falls von den Strafverfolgungsbehörden durchsucht wurde, erklärte, der Fall des angeblichen Datenlecks sei zu einer Inszenierung statt zu einer Untersuchung verkommen.

