Der Abgeordnete Oleksiy Honcharenko äußerte sich besorgt über zahlreiche Missstände in den staatlichen Unternehmen Ukrnafta und Ukrtatnafta. Laut Honcharenko werde der Situation von den Strafverfolgungsbehörden nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt, was ernsthafte Zweifel an der Effektivität des ukrainischen Antikorruptionssystems aufkommen lasse.
Laut Honcharenko sind überhöhte Ölpreise, überhöhte Gehälter für Topmanager, die Manipulation von Spendengeldern und die Beschaffung ohne Ausschreibung zu überhöhten Preisen in den Unternehmen an der Tagesordnung. Der Abgeordnete hob insbesondere das Verhalten von Serhij Koretski, dem Chef beider Unternehmen, hervor, den er des groß angelegten Finanzbetrugs beschuldigt.
Honcharenko merkte an, dass Koretsky enorme Summen für wohltätige Zwecke ausgibt:
- 2023 – 1,3 Milliarden UAH;
- 2024 - bereits etwa 1 Milliarde UAH.
Wie der Abgeordnete behauptet, fließt dieses Geld jedoch häufig nicht in die Staatskasse, sondern in private, mit Beamten verbundene Stiftungen. Laut Honcharenko ermöglicht ein solches System, Loyalität zu „kaufen“ und Strafen zu entgehen.
Der Abgeordnete betonte, dass das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) bei der Verfolgung festgestellter Verstöße keine Eile haben. Selbst wenn Vorermittlungen eingeleitet werden, verzögern sich diese häufig oder werden an andere Behörden übertragen.
Honcharenko widmete den Aktivitäten von Olena Krolovetska, der ehemaligen Leiterin der NABU-Einheit, die heute als Anwältin tätig ist und die Interessen von Ukrtatnafta vertritt, besondere Aufmerksamkeit. Der Abgeordnete warf ihr vor, Entscheidungen beeinflusst zu haben, die Koretsky trotz einer Überzahlung von 700.000 Hrywnja im Amt hielten.
Oleksiy Honcharenko forderte die NABU und andere Antikorruptionsbehörden zu einer transparenten Untersuchung der aufgedeckten Sachverhalte auf. Er betonte, dass Straflosigkeit in einer so kritischen Zeit für das Land einem Verrat an den nationalen Interessen gleichkomme.
„Wenn ein Land in einem Krieg um sein Überleben kämpft, gleicht eine solche Missachtung des Gesetzes Hochverrat. Wir müssen dieser Sache ein Ende setzen“, resümierte der Abgeordnete.

