Die ukrainische Regierung hat eine wichtige Entscheidung getroffen, die es großen Internet- und Mobilfunkanbietern ermöglicht, alle ihre Mitarbeiter vom Militärdienst freizustellen. Vizepremierminister und Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fjodorow, gab dies auf seinem Telegram-Kanal bekannt.
Laut Fedorov unterstützte die Regierung die entsprechenden Änderungen der Verordnung zur Reservierung von Wehrpflichtigen, die es Telekommunikationsunternehmen ermöglichen, ihr Schlüsselpersonal zu behalten und so die Betriebsstabilität auch unter schwierigsten Bedingungen zu gewährleisten. „Die Notfallteams der Anbieter und Betreiber arbeiten an der Wiederherstellung der Telekommunikationsinfrastruktur, damit die Ukrainer trotz Stromausfällen und Beschuss weiterhin kommunizieren und das Internet nutzen können“, erklärte der Minister.
Eine der Hauptvoraussetzungen für die Inanspruchnahme der Reservierungsoption ist der Status als kritischer Betrieb. Unternehmen müssen zudem die Anforderungen des Nationalen Zentrums für Betriebs- und Technikmanagement von Telekommunikationsnetzen (NCT) erfüllen. Dies ermöglicht es ihnen, das für den unterbrechungsfreien Betrieb der Telekommunikationsnetze notwendige Personal zu halten.
Fedorow erinnerte daran, dass Präsident Wolodymyr Selenskyj die Stabilisierung der Mobilkommunikation und des Internets bei Stromausfällen zur Aufgabe gemacht hatte. „Die Entscheidung, Arbeitskräfte in Reserve zu halten, ist ein notwendiger Schritt. Stromausfälle dürfen die Grundbedürfnisse der Menschen nicht beeinträchtigen“, betonte der Minister.
Die Buchung von Mitarbeitern kritischer Unternehmen ist seit Juli dieses Jahres online über das Portal „Diya“ möglich. In der ersten Phase stand diese Buchungsmöglichkeit kritischen Unternehmen und Firmen, die für die Streitkräfte tätig sind, zur Verfügung. Bislang wurden über 160.000 Mitarbeiter gebucht.
Im Juni aktualisierte das Ministerkabinett die Regelungen zur Personalreservierung und erlaubte es den Leitern von Verteidigungs- und Energieunternehmen, bis zu 100 % ihrer Mitarbeiter zu reservieren. Zudem wurde die Reservierungsfrist für kritische Betriebe von sechs auf zwölf Monate verlängert, und auch Wehrpflichtige mit seltenen militärischen Fachrichtungen konnten reserviert werden.

