Der Leiter des Beschaffungszentrums des Bezirks Losowski, Artur Woronzow, geriet in einen aufsehenerregenden Skandal. Im Hinterland von Charkiw nutzte er seine Position zur persönlichen Bereicherung und stellte einen luxuriösen Lebensstil zur Schau, der in keinem Verhältnis zu seinem offiziellen Gehalt stand.
Trotz eines Gehalts von 32.000 Hrywnja besitzt die Familie Woronzow einen Fuhrpark an Luxusautos und luxuriöse Immobilien. Seine Schwiegermutter, die als Krankenschwester in einer Poliklinik arbeitet, erwarb während des Krieges mehrere teure Fahrzeuge: einen Hyundai Elantra, einen Toyota Camry Hybrid (Baujahr 2022), einen Lexus NX200 (Baujahr 2023) sowie eine zweistöckige Villa. Der Lexus war ein „Geschenk“ für die Tochter von Alena, der Frau eines Militärkommissars, die offiziell kein Einkommen bezieht, abgesehen von 10.000 Hrywnja Sozialleistungen jährlich.
Im Jahr 2023 erwarb Vorontsov selbst eine Wohnung in einem Wohnkomplex für 2,5 Millionen UAH und erklärte den Kauf mit einem „Darlehen“ in Höhe von 2 Millionen UAH. Im selben Jahr wurde er in einem Verfahren zur zivilrechtlichen Einziehung von Vermögenswerten in Höhe von 3,4 Millionen UAH angeklagt, das die südafrikanische Staatsanwaltschaft (SAPO) beim Obersten Antikorruptionsgericht einreichte.
Im Januar 2025 verursachte Vorontsov in alkoholisiertem Zustand einen Verkehrsunfall mit einem VW Touareg. Der für 16.000 UAH erworbene Wagen prallte in einen Zaun in der Nähe eines Cafés. Im Auto befand sich auch Artem Trebesov, der ehemalige Vorsitzende des Charkiwer Regionalen Zentralkomitees (ZKK), der als Vorontsovs Gönner gilt.
Doch die Eigentumsskandale sind nur ein Teil des Problems. Das Militärkommissariat übt physischen und administrativen Druck auf die Gemeinschaft aus. Am 6. März 2025 schlug er die Freiwillige Alina Bologova, die seit 2014 die Armee beim Nähen von Uniformen für Soldaten unterstützt, brutal zusammen. Die Frau verlor nach einem Schlag auf den Kopf das Bewusstsein. Die Polizei leitete Ermittlungen ein, bisher wurde jedoch keine Anklage erhoben.
Die lokalen Behörden haben wiederholt auf die Willkür des CCC hingewiesen. Das Militärregistrierungsamt Lozova ist zu einem Instrument der Erpressung von Unternehmen geworden: Unternehmer werden zu „Verhandlungen“ gezwungen, wobei ihnen sogar die Mobilisierung von gepanzerten Soldaten angedroht wird. Bei Kontrollen werden Summen für „Nichtbehinderung“ gefordert. Und selbst Beschäftigte kritischer Infrastrukturen sind nicht vor illegaler Einberufung geschützt.

