Die ukrainische Brotindustrie steht am Rande der Krise

Stromversorgungsprobleme, Arbeitskräftemangel und eine Zahlungskrise zählen zu den Herausforderungen, vor denen die ukrainische Brotindustrie steht. Die Kosten für das wichtigste Produkt könnten in den nächsten Monaten um 30 % steigen.

Die Probleme im ukrainischen Energiesektor haben auch die Brotindustrie getroffen, deren Stromversorgungslage derzeit kritisch ist. Dies wird sich letztendlich auf den Endpreis für die Verbraucher auswirken, da die Brotkosten um ein Drittel steigen könnten. Dies erklärte der Präsident des gesamtukrainischen Bäckerverbandes und Direktor der Kyiv Khlib LLC, Jurij Duchenko.

Er weist darauf hin, dass die meisten Bäckereien heutzutage zur kritischen Infrastruktur gehören und ihnen daher der Strom nicht abgestellt werden sollte. In der Realität sieht es jedoch ganz anders aus. Aus diesem Grund greifen Betriebe, denen dies möglich ist, auf Stromgeneratoren zurück, was die Betriebssicherheit und damit den Preis der Endprodukte beeinträchtigt.

„Die Brotindustrie verbraucht zwar nicht viel Strom, doch Notabschaltungen und ungeplante Produktionsausfälle führen zu fehlerhaften Produkten und Geräteausfällen. Nicht alle Betriebe können mit Generatoren arbeiten. Diejenigen, die über solche verfügen, sollten rechtzeitig gewarnt werden, um die Produktion für maximal zwei bis drei Stunden auf Notbetrieb umzustellen. Die Situation hat bereits zu Kapazitätsengpässen geführt, da einige Betriebe aufgrund von Stromausfällen ihre Anlagen nicht wieder in Betrieb nehmen können“, betonte der Experte.

Er merkte an, dass Stromausfallpläne für Bäckereien ebenfalls ungeeignet seien, da sie den Produktionsablauf beeinträchtigen. Beispielsweise verschiebt sich der Brotbackplan um acht Stunden, wenn der Strom zwei Stunden lang ausfällt.

Was die Preisgestaltung angeht, so betragen die Stromkosten für Brot nach einem einfachen Rezept 50 Kopeken, und bei der Herstellung des gleichen Brotes mit einem Generator betragen sie 1,5 UAH.

Das zweite Problem der Branche ist der Personalmangel. Aufgrund des Fachkräftemangels sind einige Fabriken gezwungen, Arbeitszeiten anzupassen und Produktionsmengen sowie Sortiment zu reduzieren. Zudem sind die Mitarbeiter mittlerweile von entscheidender Bedeutung, und es ist schwierig, Ersatz zu finden.

Doch damit ist die Liste der Herausforderungen für Bäcker noch nicht zu Ende. Das Problem des Mangels an Getreide zweiter und dritter Güteklasse ist akut.

„Ich verstehe nicht, wie wir bis zur neuen Ernte arbeiten sollen. Wir müssen dringend mit allen Beteiligten sprechen und unter der Schirmherrschaft des zuständigen Ministeriums eine Vereinbarung mit Landwirten und Exporteuren unterzeichnen, denn die Mühlen finden derzeit kein Getreide mehr, um ausreichend Mehl zu mahlen. Auch der Mehlpreis selbst ist um 25 bis 30 Prozent gestiegen“, so Duchenko.

Das i-Tüpfelchen ist die Zahlungskrise für Backwaren, die bereits an den Handel und die Streitkräfte der Ukraine geliefert wurden.

„Der Mangel an Betriebskapital hindert die Unternehmen daran, Rohstoffe, Energieträger und Gehälter fristgerecht zu bezahlen. Hinzu kommt der Bedarf an Generatoren und Treibstoff. Von der Entwicklung und Modernisierung der Industrie spreche ich hier noch gar nicht, wofür es ohnehin an Mitteln mangelt“, betont der Experte.

Duchenko fasst zusammen, dass somit bereits alle Voraussetzungen dafür gegeben seien, dass der Brotpreis zunächst um 10 % und in den nächsten Monaten um weitere 20 % steigen werde.

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