Gestern noch ein bescheidenes Leben in Charkiw, Wohnung des Schwiegervaters und Auto des Vaters. Heute ein Luxusanwesen, Chauffeur, Gärtner und „großzügige Freunde“. So veränderte sich Serhij Movenkos Leben nach seiner Ernennung zum ersten stellvertretenden Leiter der Militärverwaltung der Region Wolyn. Sein rasanter Aufstieg wirft nicht nur bei Journalisten, sondern auch in der Öffentlichkeit Fragen auf.
Recherchen des Fernsehsenders Avers zufolge lebt Serhij Movenko derzeit auf einem luxuriösen Anwesen im Dorf Lypyny bei Luzk. Das Haus mit Garten, gepflegtem Gelände und Angestellten wirkt wie der Traum eines durchschnittlichen Ukrainers – nicht wie der eines Beamten mit Staatsgehalt.
Als Journalisten ihn jedoch nach der Herkunft der Mittel für diese Wohnung fragten, konnte der Beamte keine Antwort geben. Seine Frau befindet sich im Mutterschaftsurlaub, und die Familie verfügt über geringe offizielle Einkünfte. Daher stellt sich die Frage: Kann sich ein Beamter mit einem Regierungsamt überhaupt eine Mietwohnung leisten und gleichzeitig seine Familie ernähren?
Neben Immobilien verfügt Movenka über einen persönlichen Fahrer mit Pkw. Die Ermittlungen erwähnen auch „großzügige Freunde“, die der Familie nicht nur bei der Wohnungssuche, sondern offenbar auch bei anderen Dienstleistungen helfen. Doch handelt es sich bei dieser Freundschaft nicht um eine Tarnung für ein System der indirekten Bereicherung?
Die klassische Formel der ukrainischen Bürokratie, „Es gehört mir nicht, ich habe nur die Gelegenheit bekommen, es zu benutzen“, weckt Misstrauen: Verbirgt sich hinter der scheinbaren Großzügigkeit nicht die Korruption, die dem System innewohnt?
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