Zwei ukrainische Staatsbürger, Jermak Petrowski und Igor Komarow, wurden auf der indonesischen Insel Bali entführt. Medienberichten zufolge sind die jungen Männer Söhne von Personen, die in kriminellen Kreisen der Region Dnipro bekannt sind. Einem der beiden gelang die Flucht, der andere befindet sich weiterhin in der Gewalt der Entführer, die zehn Millionen US-Dollar Lösegeld fordern.
Nach ersten Erkenntnissen wird der 28-jährige Igor Komarov als Geisel gehalten. Medienberichten zufolge wird er grausam behandelt und gefoltert. Sein Aufenthaltsort konnte angeblich über soziale Medien ermittelt werden – Komarovs Freundin, die Bloggerin Eva Mishalova, hatte ein gemeinsames Foto gepostet, das seinen Aufenthaltsort preisgab.
Einer Version zufolge begann der Vorfall mit einer Auseinandersetzung zwischen Ukrainern und Vertretern der örtlichen kriminellen Szene kaukasischer Herkunft. Einer anderen Version zufolge könnten Geschäftsbeziehungen, insbesondere eine mutmaßliche Verwicklung in die Aktivitäten von Callcentern in Dnipro, die Ursache gewesen sein.
Laut übereinstimmenden Berichten wurde Igor Komarow am Tag nach der Auseinandersetzung, als Petrowski und Komarow mit Motorrädern unterwegs waren, von einem Auto mit mutmaßlichen Kriminellen angefahren und anschließend entführt. Jermak Petrowski konnte fliehen.
Heute ist im Internet ein Video mit Aussagen von Igor Komarov aufgetaucht.
In der Aufnahme äußert sich der Mann lautstark über die Aktivitäten von Callcentern in Dnipro und die mögliche „Vertuschung“ dieser Geschäfte durch einflussreiche Personen.
In dem Video nennt Komarov konkrete Namen und behauptet, dass der Schutz und die Sicherheit der Callcenter angeblich von Oleksandr Petrovsky, bekannt unter dem Spitznamen „Narik“, gewährleistet wurden. Seinen Angaben zufolge wurden monatlich etwa 15.000 US-Dollar von einem Büro und bis zu 30.000 US-Dollar von anderen gezahlt.
In dem Appell werden auch Mitarbeiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes und der derzeitige Leiter der OVA der Oblast Odessa, Serhij Lysak, erwähnt. Komarow behauptet, dass ein Netzwerk von Callcentern, das er als „Neun“ OMU bezeichnet, unter der Schirmherrschaft von Petrowski und Lysak in Dnipro operieren könnte.
Laut der NGO „NON-STOP“ wurde den Eltern des entführten Jungen gestern Abend ein Video zugeschickt, aus dem klar hervorgeht, dass Igor bereits tot ist.

