Im vergangenen Jahr hob die Ukraine den Status eines Gefahrengebiets für eine Gesamtfläche von 18.000 Quadratkilometern auf, nachdem eine Inspektion auf das Vorhandensein von Sprengstoffen durchgeführt worden war, gab der stellvertretende Wirtschaftsminister Ihor Bezkaravayny, der für die Koordinierung der humanitären Minenräumung zuständig ist, bekannt.
„174.000 Quadratkilometer sind ein potenziell gefährliches Gebiet, das außerhalb unserer Kontrolle liegt. In diesem Gebiet finden derzeit Kampfhandlungen statt. Im vergangenen Jahr haben wir eine Untersuchung durchgeführt und den Status eines gefährlichen Gebiets für 18.000 Quadratkilometer aufgehoben“, erklärte Bezkaravayny.
Er merkte an, dass nach Kriegsende eine zehnjährige Überwachung eines bestimmten Gebiets, darunter die Krim oder die Grenze zur Russischen Föderation, geplant sei. Der größte Teil dieses Gebiets (80 %) solle wieder einer produktiven Nutzung zugeführt werden, die verbleibenden 20 % würden aber voraussichtlich weiterhin mit Sprengkörpern verseucht bleiben.
„Höchstwahrscheinlich werden 20 % kontaminiert bleiben, und dieser Bereich muss über einen sehr langen Zeitraum sorgfältig entmint werden. Jeder Quadratmeter, jeder Quadratzentimeter muss gesiebt und mit einer Sonde untersucht werden“, erklärte der stellvertretende Minister.
Bezkaravayny wies außerdem darauf hin, dass die neue nationale Minenräumstrategie, die im Dezember vom Wirtschaftsministerium vorgestellt wurde, darauf abzielt, die Auswirkungen von Sprengkörpern auf die Bevölkerung und die Wirtschaftstätigkeit zu verringern.
„Unser Ziel ist es nicht, alle Minen zu finden und zu entfernen. Wir wollen die Auswirkungen dieser Minen auf das Leben der Menschen und die Wirtschaft verringern. Innerhalb von zehn Jahren planen wir, 80 % der Gebiete, die derzeit als potenziell gefährlich gelten, wieder einer produktiven Nutzung zuzuführen“, fügte er hinzu.
Der stellvertretende Minister berichtete außerdem, dass das Wirtschaftsministerium ein Entschädigungsprogramm für Landwirte entwickelt, die die Vermessung und Minenräumung ihrer Flächen selbst finanziert haben. Im Staatshaushalt 2024 sind hierfür 3 Milliarden Hrywnja vorgesehen.

