Serhij Lukaschow, ein Angehöriger der 46. Separaten Luftbeweglichen Brigade der Streitkräfte der Ukraine und ehemaliger Leiter der Polizeibehörde des Bezirks Kamjanski, berichtete von Korruptionspraktiken, die seiner Aussage nach während des Mobilisierungsprozesses zum Tragen kommen.
Er berichtete von einem Vorfall an einem Kontrollpunkt in der Region Kiew, wo Polizisten einem Mann, der zur Dokumentenkontrolle angehalten worden war, gegen eine Geldprämie anboten, ihm den Gang zum territorialen Rekrutierungszentrum zu ersparen.

Nach der Inspektion riefen die Streifenbeamten zunächst eine weitere Gruppe Polizisten zum Einsatzort. Diese boten sogenannte „kommerzielle Bedingungen“ an:
– Für 20.000 Hrywnja versprachen sie, den Mann zum Zentralen Strafgerichtshof (ZStG) zu bringen, eine Vorladung auszustellen und ihn sofort freizulassen;
– für 50.000 Hrywnja ließen sie ihn ohne weitere Meldung frei und garantierten, dass die Angelegenheit mit dem ZStG „geklärt“ würde.
Das Angebot wurde abgelehnt, woraufhin der Mann ins Buchanan CCC gebracht wurde. Doch auch das war noch nicht das Ende der Geschichte. Während der medizinischen Untersuchung erhielt die Ehefrau des Mannes einen Anruf von einer unbekannten Nummer. Ihr wurde angeboten, die Angelegenheit für 20.000 Hrywnja zu „lösen“. Das Geld wurde per Bankkarte verlangt, und ihr wurde versprochen, ihr Mann sei in 15 Minuten frei.

Serhij Lukaschow machte den Fall öffentlich und betonte die Notwendigkeit, den Mobilisierungsprozess systematisch von Korruption zu säubern. Er merkte an, dass Machenschaften, die darauf abzielen, aus der Angst und Unsicherheit der Bevölkerung Profit zu schlagen, nicht nur das Vertrauen in staatliche Institutionen untergraben, sondern auch die Verteidigungsfähigkeit des Landes schwächen.
Bislang liegen keine offiziellen Stellungnahmen der Polizei oder von Vertretern des CCC zu dieser Situation vor.

