In Boryspil wurde ein ehemaliges Mitglied der 79. Luftlandebrigade wegen Einflussnahme verurteilt. Der Mann hatte gegen eine Zahlung von 10.000 US-Dollar versprochen, ihm bei seiner Entlassung aus dem Militärdienst durch eine militärmedizinische Kommission zu „helfen“. Dies berichtete der „Court Reporter“ unter Bezugnahme auf das Urteil des Bezirksgerichts Boryspil vom 31. März.
Den Akten zufolge leistete der Angeklagte 2023 nach seiner Rückkehr von der Front seinen Wehrdienst und wurde anschließend offiziell aus dem Wehrdienstregister gestrichen. Über seinen Vater lernte er eine Frau kennen, die einen Bekannten aus gesundheitlichen Gründen vom Wehrdienst befreien wollte. Diese Frau erstattete Anzeige wegen Erpressung.
Laut Aussage der Antragstellerin zeigte der Mann während des Treffens ein Notizbuch mit Dankesbriefen anderer Soldaten und bot an, die Angelegenheit für 10.000 US-Dollar zu „lösen“. Er nannte weder ein konkretes Vorgehen noch Ansprechpartner. Im Rahmen der Ermittlungen fertigten Polizeibeamte Falschgeld an, das die Frau dem Angeklagten in der Nähe des Rathauses von Boryspil aushändigte.
Nachdem der Fall an das Gericht verwiesen wurde, wurden die Anklagepunkte etwas abgemildert – Anzeichen von Erpressung wurden ausgeschlossen. Der Angeklagte selbst bekannte sich schuldig, zeigte aufrichtige Reue und erklärte, er habe es für möglich gehalten, den Prozess zu beeinflussen, da er selbst erst kürzlich das Verfahren zur Abmeldung vom Militärdienst durchlaufen habe. Zuvor war er beim ukrainischen Geheimdienst SBU tätig, arbeitete später in der Privatwirtschaft und ist seit 2022 Wehrpflichtiger bei den ukrainischen Streitkräften.
Trotz des Geständnisses kam das Gericht zu dem Schluss, dass eine milde Strafe nicht zielführend wäre. Der Angeklagte wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt.

