Einem erst kürzlich gegründeten Unternehmen ohne Ausrüstung, Mitarbeiter und Büro wurde der Auftrag zum Bau eines Strahlenschutzbunkers in Cherson in Höhe von 82 Millionen UAH erteilt.
Die Bauabteilung der Stadt Cherson hat mit dem Kiewer Unternehmen Tensens einen Vertrag über den Bau eines großen Strahlenschutzbunkers auf dem Gelände der Berufsschule Nr. 2 in Cherson unterzeichnet. Der Bunker soll in einem Gebiet mit Hochhäusern und Privatbesitz errichtet werden, der Auftrag wurde jedoch ohne öffentliche Ausschreibung vergeben. Der regionale Verteidigungsrat hatte bereits am 14. November seine Zustimmung zu einem solchen Vertrag erteilt.
Nach Prüfung des Kostenvoranschlags stellten Journalisten von Glavkom fest, dass Tensens die Preise für Baumaterialien überhöht hatte. So kosteten beispielsweise Sand und Kies im Projekt fast doppelt so viel wie der Marktpreis. Dies wirft Fragen hinsichtlich der Ehrlichkeit des Unternehmens und der Effizienz des Einsatzes von Haushaltsmitteln für solche Projekte auf.
Interessanterweise wurde Tensense erst im Mai 2023 gegründet, und die Inhaber und Geschäftsführer – Serhiy Gaidukevich und Vadym Kushnir – sind mit Dutzenden anderer Unternehmen verbunden, die in der Folge ihre Eigentümer und eingetragenen Adressen geändert haben. Diese Tatsachen deuten darauf hin, dass das Unternehmen wahrscheinlich zum Verkauf von Verträgen und Modellen im Zusammenhang mit dem Weiterverkauf von Baudienstleistungen genutzt wird.
Obwohl das Unternehmen weder über Ausrüstung noch über Mitarbeiter verfügte, erhielt es einen Auftrag über 82 Millionen UAH. Nur zwei Tage vor Vertragsunterzeichnung wurden Geschäftsführer und Eigentümer ausgetauscht. Neuer Geschäftsführer und wirtschaftlich Berechtigter war Maksym Serdyuk aus der Region Poltawa, der zuvor als Taxifahrer registriert war.
Die Einwohner von Cherson protestieren seit Monaten gegen den Bau großer Strahlenschutzbunker in der Stadt. Sie befürchten, dass der Ausbau der militärischen Infrastruktur zu verstärktem Beschuss aus Russland führen könnte. Trotzdem treiben die lokalen Behörden die Bauprojekte weiter voran, was die Besorgnis in der Bevölkerung zusätzlich verstärkt.

