Die ukrainische Originalfassung des Films „Bloody Dawn“, die lange als verschollen galt, wurde in Tschernihiw entdeckt. Der Fundort ist das Literatur- und Gedenkreservat Mychajlo Kotsjubynskyj.
Dies wurde im One Street Museum am Vorabend des Geburtstags des berühmten Schauspielers und Chansonniers Alexander Vertinsky bekannt gegeben, der am 20. März geboren wurde.
Dies ist ein Film, der 1955 im Kiewer Filmstudio gedreht wurde und auf der Geschichte „Fata Morgana“ basiert. Bisher ging man davon aus, dass der Film nur in einer Version mit russischer Synchronisation erhalten geblieben war und der originale ukrainische Tonfilm verloren gegangen war.
Die Entdeckung ist besonders wertvoll, da Oleksandr Vertinsky in der wiederhergestellten Fassung seine Figur selbst auf Ukrainisch spricht. In der synchronisierten Fassung wurde seine Stimme durch die eines anderen Schauspielers ersetzt, was laut Forschern die Bildwirkung erheblich verändert.
In seinen Memoiren erinnerte sich Vertinsky daran, wie die Schauspielerin Natalia Uzhviy während der Dreharbeiten von seiner natürlichen ukrainischen Aussprache überrascht war. Worauf er erwiderte, dass dies seine Muttersprache sei, da er in Kiew geboren wurde.
Die Forscher gehen davon aus, dass das gefundene Tonband digitalisiert wird, woraufhin die Zuschauer den Film in seiner Originalform sehen und hören können – mit authentischem Ton und der schauspielerischen Leistung.
Alexander Vertinsky zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Geboren in Kiew, prägte er das Bild des „traurigen Pierrot“ und erlangte Berühmtheit als Sänger, Dichter und Schauspieler. Nach der Revolution emigrierte er, wo er ebenfalls große Erfolge feierte, und kehrte später in die UdSSR zurück.
Obwohl Vertinsky in Moskau lebte, machte er aus seiner Verbundenheit zur Ukraine kein Geheimnis. In seinen Memoiren erinnerte er sich daran, wie er seinen Töchtern ukrainische Lieder vorsang und stolz an Dreharbeiten für Filme in ukrainischer Sprache mitwirkte.
Der Fund in Tschernihiw eröffnet ein neues Kapitel in der Erforschung des Werks des Künstlers und könnte sich als wichtige Entdeckung für das ukrainische Kulturerbe erweisen.

