Der ukrainische Sicherheitsdienst (SBU) hat bei der Medizinisch-Sozialen Expertenkommission (MSEC) in Charkiw einen groß angelegten Dokumentenfälschungsring aufgedeckt, der es Wehrdienstverweigerern ermöglichte, gefälschte Behindertenausweise zu erhalten. Laut den Ermittlungen konnten dadurch fast 500 Personen dem Wehrdienst entgehen, „Reservierungen“ erhalten und Sozialleistungen beziehen.
Die Bestechungsgelder für die Beschaffung gefälschter Bescheinigungen lagen zwischen 2.000 und 5.000 US-Dollar. Nicht nur Mitarbeiter des MSEK waren an den kriminellen Machenschaften beteiligt, sondern auch Mediziner, die den Wehrdienstverweigerern bei der Beschaffung dieser gefälschten Bescheinigungen halfen. Die Handlungen der Beteiligten verursachten dem Staat erheblichen Schaden, da sie den Wehrdienstverweigerern die illegale Umgehung des Militärdienstes ermöglichten.
Im Zuge der Ermittlungen wurden der Leiter des regionalen MSEK und sieben seiner Komplizen festgenommen. Alle Festgenommenen befinden sich in Untersuchungshaft, und es bestehen bereits weitere Verdachtsmomente gegen sie. Die Ermittlungen zur Identifizierung weiterer an dem Komplott beteiligter Personen dauern an. Laut Angaben der Strafverfolgungsbehörden wurden bei den Durchsuchungen mehr als eine halbe Million US-Dollar, fast 80.000 Euro, über eine Million Hrywnja und auch russische Rubel sichergestellt.
Dieser Fall ist Teil eines größeren Netzwerks gefälschter medizinischer Dokumente, das die Strafverfolgungsbehörden in Charkiw und Umgebung aufgedeckt haben. Einer der Verdächtigen ist ein Mitglied des Stadtrats. Die Ermittlungen dauern an, und die Behörden planen, die Beteiligung von fünf weiteren Personen an den kriminellen Machenschaften nachzuweisen.

