In Kiew wurde anstelle einer Prothesenwerkstatt ein Hochhaus errichtet

Die Strafverfolgungsbehörden sind ins Visier von Beamten des Stadtplanungs- und Architekturamtes der Kiewer Stadtverwaltung, des Bauunternehmers Andrij Wawrisch sowie weiterer mit ihnen verbundener Bauträger geraten. Der Fall betrifft den Bau des großflächigen Wohnkomplexes „Karavajewy Dachi“ auf einem für soziale Zwecke vorgesehenen Grundstück. Den Ermittlungen zufolge weist das Projekt Anzeichen von Willkür, Fälschung und Machtmissbrauch auf.

Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft des Bezirks Solomjansk in Kiew im Rahmen des Strafverfahrens Nr. 42025102090000082 (Artikel 356 des Strafgesetzbuches der Ukraine) durchgeführt.

Im Jahr 2004 übertrug der Kiewer Stadtrat ein Grundstück in der Polyova-Straße 73 an das Wohltätigkeitszentrum für Afghanistan-Veteranen. Dort sollten eine Prothesenwerkstatt und Verwaltungsräume entstehen. Laut Vereinbarung war der Bau von Wohnhäusern ausdrücklich untersagt.

Doch bereits 2013, als Andriy Vavrish stellvertretender Leiter der Abteilung für Stadtentwicklung der Kiewer Stadtverwaltung war, wurden städtebauliche Auflagen erlassen, die den Weg für die Bebauung ebneten. Laut den Ermittlungen geschah dies, ohne die Nutzung des Grundstücks zu ändern und ohne Genehmigung der Aufsichtsbehörden. Trotz der formalen Beschränkungen wurde das Hochhausprojekt innerhalb der Abteilung genehmigt.

Der Bauträger ist ONYX BUILD LLC unter der Leitung von Oleg Sokyrk. Hauptnutznießer des Bauvorhabens ist die SAGA Development Unternehmensgruppe, die von Andriy Vavrish nach seinem Rücktritt aus dem Rathaus gegründet wurde.

Diese Tatsache weckt berechtigte Verdachtsmomente eines Interessenkonflikts – schließlich erhielt der Beamte, der für die Zuteilung der städtebaulichen Auflagen verantwortlich war, später finanzielle Vorteile aus der Umsetzung des Projekts.

Der Bau eines Wohnkomplexes mit 736 Wohnungen wurde wiederholt von gerichtlichen Verfügungen, Auflagen der DABI und anderen Sanktionen begleitet. Diese Maßnahmen konnten die Bauarbeiten jedoch nicht stoppen. Die Anlage wurde in Betrieb genommen und die Wohnungen über verbundene Unternehmen verkauft.

Die Ermittler überprüfen derzeit den Sachverhalt:

  • Fälschung von Stadtplanungsdokumenten

  • unter Verwendung einer fiktiven Identität, um Land zu erlangen,

  • Verbindungen zwischen Beamten, Projektentwicklern und Begünstigten.

Die Strafverfolgungsbehörden untersuchen auch, ob ähnliche Praktiken in anderen Teilen der Hauptstadt umgesetzt wurden. Im Fokus steht die Nutzung von Sozialflächen für gewerbliche Zwecke.

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