Die Kyivavtodor Corporation, die der Kiewer Stadtverwaltung untersteht, ist erneut in einen Skandal verwickelt. Die erste größere Beschaffung in diesem Jahr wirft Fragen hinsichtlich Transparenz und Wirtschaftlichkeit auf.
Es geht um den Kauf von zwölf Muldenkippern mit Ausrüstung zur Schlaglochreparatur im Wert von 145,44 Millionen UAH. Den Zuschlag erhielt die GmbH „NPO NT „Budshlyakhmash“, deren Inhaber Stanislav Huyvan, ein ehemaliger Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums, ist. Es gab keinen weiteren Teilnehmer. Einer der potenziellen Mitbewerber beantragte sogar eine Änderung der Ausschreibungsbedingungen, um den Kreis der Teilnehmer zu erweitern, was Kyivavtodor jedoch mit Verweis auf die „Unternehmensinteressen“ ablehnte.
Dies ist nicht der erste derartige Fall. Im November letzten Jahres wurde Budshlyakhmash in ein Strafverfahren verwickelt, nachdem Kyivavtodor einen Müllwagen und 26 Muldenkipper zu überhöhten Preisen erworben hatte. Statt des Marktpreises von 3,6 Millionen UAH wurden damals mehr als 5 Millionen UAH für den Müllwagen bezahlt, und die Kosten für die Muldenkipper erreichten 9,04 Millionen UAH pro Stück, verglichen mit dem durchschnittlichen Marktpreis von 8 Millionen UAH.
Die Familie Guivan kontrolliert eine ganze Unternehmensgruppe: die GmbH „TD Budshlyakhmash“ und die GmbH „Spetsbudmash“, die häufig untereinander oder über Tochtergesellschaften Ausschreibungen durchführen. Die in den Ausschreibungen angebotenen Geräte werden im Werk „Spetsbudmash“ in Brovary hergestellt, das ebenfalls zu dieser Unternehmensgruppe gehört.
Es ist nicht das erste Mal, dass Kyivavtodor wegen mangelnden Wettbewerbs in Verdacht gerät. Das prominenteste Beispiel ist die milliardenschwere Ausschreibung für die Sanierung der Metrobrücke in Kiew, die an das türkische Unternehmen Onur vergeben wurde. Dieses Unternehmen erhält regelmäßig Großaufträge ohne Konkurrenz und steht unter dem Verdacht mehrerer Straftaten, insbesondere wegen überhöhter Kostenberechnung.
Die Beschaffungsvorgänge von Kyivavtodor werfen somit erneut Fragen der Transparenz und möglicher Korruptionsrisiken auf.

