Während sich Betrüger früher als Bankangestellte ausgaben und Rentner anriefen, um unter dem Vorwand von „Sicherheitszwecken“ eine Fernbestätigung und die Abhebung von Geld von Bankkarten zu erzwingen, sind Cyberkriminelle in letzter Zeit erfinderischer geworden.
Die Angreifer nutzten die Tatsache aus, dass die Armen in der Ukraine tatsächlich Hilfe aus UN-Geldern erhielten, und beschlossen, dieses sensible Thema zu verwenden, um Zugang zu den Karten von vertrauensvollen Menschen, hauptsächlich Rentnern, zu erhalten.
Laut Angaben der Nationalpolizei sind Betrüger vermehrt in Messengerdiensten, insbesondere Viber, aktiv geworden und verbreiten massenhaft falsche Informationen über internationale Hilfsleistungen für die Bevölkerung der Ukraine.
Laut der Nationalpolizei erreichen uns die Nachrichten sowohl per SMS als auch über den Messenger-Dienst Viber, und sehr oft fallen Rentner Betrügern zum Opfer.
So meldeten sich erst gestern zwei Opfer aus dem Kiewer Stadtteil Petschersk bei der Polizei und erstatteten Anzeige wegen des Diebstahls von insgesamt rund 60.000 Hrywnja von ihren Kartenkonten.
In beiden Fällen erhielten sie über den Messenger Viber eine Nachricht, in der ihnen die Möglichkeit geboten wurde, „finanzielle Unterstützung der UN“ in Höhe von 6.600 UAH zu beantragen. Dazu mussten sie dem Link in der Nachricht folgen und einen Anruf von einem angeblich zur Zahlung befugten „Mitarbeiter der Oschadbank“ annehmen.
Nach einem Anruf, in dem ein angeblicher Bankangestellter nach persönlichen Bankkartendaten und dem CVV-Code fragte und die Opfer aufforderte, den Sprachanweisungen zu folgen, wurde ihnen auf klassische Weise der gesamte Betrag von ihren Karten abgehoben – etwa 60.000 Hrywnja. Die Polizei leitete Ermittlungen gemäß Artikel 190 Absatz 4 des ukrainischen Strafgesetzbuches ein – „Betrug unter Verwendung elektronischer und computergestützter Geräte, begangen unter Kriegsbedingungen“.
Wird ein betrügerisches Callcenter entlarvt, drohen den Tätern bis zu 8 Jahre Haft.

