Während Bauträger Kitajew in ein weiteres Wohngebiet verwandeln wollen, wurde im Nationalen Geschichtsmuseum der Ukraine eine Ausstellung eröffnet, die den wahren Wert dieses Landes eindrucksvoll verdeutlicht. Anlässlich des Kiewer Tages präsentierten sie einen einzigartigen archäologischen Schatz aus Kitajew: elf silberne Hrywnja-Diamanten und 21 bronzene Gürtelschnallen aus dem späten 11. bis frühen 12. Jahrhundert.
Archäologen zufolge war der Schatz in einer Tonamphore versteckt, höchstwahrscheinlich byzantinischen Ursprungs. Die Amphore ist nicht erhalten, aber die Beschreibung deutet auf roten Ton, Henkel und einen abgebrochenen Hals hin.
Eine Besonderheit dieses Schatzes ist das Vorkommen sogenannter „Tschernihiwer“ Hrywnjas, die in historischen Funden äußerst selten sind. Sie sind nur von wenigen antiken Funden aus dem 19. und 20. Jahrhundert bekannt (insbesondere Gorbowo 1878, Tschernihiw 1999). Diese Hrywnjas werden stets getrennt von anderen Typen gefunden und sind nicht mit Schmuckstücken vergesellschaftet.

Anders als die modernen Interessen von Bauträgern, die nach einigen Berichten auf dem Gelände des archäologischen Komplexes Kitaiv ein weiteres Hochhaus errichten wollen, zeugt der Schatz von der sakralen und wirtschaftlichen Bedeutung dieses Gebiets seit den Tagen der Kiewer Rus.
Der Schatz wurde in einem Gebiet gefunden, das noch heute den Namen Mysholovka trägt – dem Gebiet zwischen Bagrynova Gora, dem Holosiivskyi-Wald und Kitayev. Genau dort findet derzeit der Kampf um Land zwischen lokalen Gemeinschaften und großen Bauunternehmen statt.
Der Wert solcher Artefakte liegt nicht nur im monetären Bereich, sondern auch in der Symbolik: Kiew steht auf dem kulturellen Erbe von Jahrtausenden, und jeder solche Fund ist ein weiteres Argument gegen die totale Erschließung historischer Gebiete.

