Am Morgen des 12. März führten Beamte des ukrainischen Sicherheitsdienstes in Lwiw Ermittlungsmaßnahmen im Rathaus durch. Die Information über die Arbeit der Sicherheitskräfte wurde vom Rathaus selbst bestätigt.
Nach ersten Informationen arbeiten die Sicherheitskräfte in einer der Abteilungen des Stadtrats. Einzelheiten der Ermittlungsmaßnahmen wurden noch nicht offiziell bekannt gegeben.
Der Journalist Vitaliy Glagola berichtete, dass die Ermittlungen seinen Informationen zufolge möglicherweise mit der Frage der Einberufung von Wehrpflichtigen zusammenhängen. Dabei geht es um die Überprüfung möglicher Entscheidungen oder Dokumente im Zusammenhang mit der Gewährung eines Aufschubs vom Mobilmachungsdienst.
Der Lviver Stadtrat teilte mit, dass er mit den Strafverfolgungsbehörden kooperiere und alle für die Inspektion notwendigen Dokumente zur Verfügung stelle.
Bislang haben weder der SBU noch die Staatsanwaltschaft detaillierte Angaben zu den Gründen für die eingeleiteten Ermittlungen gemacht. Es wird erwartet, dass nach Abschluss der Verfahrensmaßnahmen weitere Informationen vorliegen werden.
Aktualisiert. Der SBU führt in Lwiw im Rahmen einer strafrechtlichen Untersuchung wegen eines möglichen Komplotts zur Umgehung der Mobilmachung durch Scheinbeschäftigung eine Reihe von Durchsuchungen durch.
Laut den Ermittlungen stehen Beamte des Lwiwer Stadtrats und eines der untergeordneten städtischen Unternehmen im Verdacht, einen Mechanismus zur illegalen „Buchung“ von Wehrpflichtigen geschaffen zu haben.
Die Ermittler gehen davon aus, dass seit 2023 eine organisierte Gruppe aktiv ist, die Männer für fiktive Stellen bei einem Energieversorgungsunternehmen registriert. Anschließend durchlaufen diese ein Verfahren, um den Status „reserviert“ zu erhalten, wodurch sie einer Mobilisierung entgehen können.
Bislang haben die Strafverfolgungsbehörden bereits mehr als 20 Wehrpflichtige identifiziert, die laut den Ermittlungen zwar für bezahlte Arbeit registriert waren, aber tatsächlich keinerlei Aufgaben verrichteten.
Darüber hinaus wird der Fall wegen möglicher Veruntreuung von Haushaltsmitteln untersucht. Die Ermittler vermuten, dass die Beteiligten Gehälter vom Versorgungsunternehmen bezogen haben könnten, ohne dafür tatsächlich gearbeitet zu haben.
Im Rahmen der Ermittlungen ist die Durchführung von 24 Durchsuchungen geplant. Außerdem sollen mindestens zwei Personen, die in das Strafverfahren verwickelt sind, festgenommen werden.
Den Verdächtigen droht die Anklage wegen Behinderung der rechtmäßigen Tätigkeiten der Streitkräfte der Ukraine und wegen Veruntreuung staatlicher Gelder durch eine organisierte Gruppe.
Die Staatsanwaltschaft der Region Lwiw ist für die verfahrenstechnische Abwicklung des Falles zuständig.

