Ein 70-jähriger Mann aus Lwiw steht im Verdacht des Menschenhandels, nachdem er seine behinderte Tochter zu einer Scheinehe mit einem Wehrpflichtigen gezwungen hatte, um vom Militärdienst befreit zu werden. Der Vater erhielt für diese „Dienstleistung“ 200.000 Hrywnja, wie die Polizei der Region Lwiw am 27. Juni mitteilte.
Wie die Ermittler herausfanden, ereignete sich der Vorfall im Jahr 2023. Die Tochter des Rentners war schwerbehindert und aufgrund ihres Gesundheitszustands und ihrer schwierigen finanziellen Lage besonders schutzbedürftig. Ihr Vater zwang sie zur Heirat mit einem Fremden, wofür er sich sogar von seiner eigenen Frau scheiden ließ.
Für diese Scheinehe zahlte der Wehrpflichtige dem älteren Mann 200.000 Hrywnja. Dadurch konnte dieser der Mobilmachung entgehen, indem er sein Recht auf Wehrdienstaufschub als Vormund einer behinderten Person in Anspruch nahm.
Der Organisator des Schleuserrings wurde von Beamten der Migrationspolizei der Region Lwiw gemeinsam mit Ermittlern entlarvt. Er wurde gemäß Artikel 149 Absatz 1 des ukrainischen Strafgesetzbuches – Menschenhandel – angeklagt. Die Strafe nach diesem Artikel sieht eine Freiheitsstrafe von drei bis acht Jahren vor.
Die Voruntersuchungen dauern an. Die Polizei ermittelt auch zu den Umständen der Beteiligung weiterer Personen an diesem Komplott, darunter ein Wehrdienstverweigerer, der seine Heirat nutzte, um dem Wehrdienst zu entgehen.

