Am 21. November 2024 nahmen Mitarbeiter des Staatlichen Ermittlungsbüros (SBI) einen Mittelsmann fest, der an Kontrollpunkten in der Region Odessa von Wehrpflichtigen Geld erpresste. Mitarbeiter des Rekrutierungs- und Sozialzentrums (TCS) des Bezirks Odessa hatten ein Korruptionssystem organisiert, bei dem sie gegen eine Zahlung von 4.500 US-Dollar einen Aufschub der Mobilmachung versprachen.
Wie funktionierte das System?
Mitarbeiter des CCC hielten die Männer an Kontrollpunkten an, erfassten ihre persönlichen Daten und kündigten an, sie zur Mobilisierung ins Territorialzentrum zu schicken. Gegen eine bestimmte Geldsumme – ab 4.500 US-Dollar – versprachen sie jedoch, die Männer „freizulassen“ und ihnen zu helfen, einen Aufschub des Wehrdienstes zu erwirken.
Die Beamten verhielten sich besonders zynisch, wenn sie auf Männer trafen, deren Angehörige unter den Vermissten waren. Diese Personen hatten Anspruch auf einen gesetzlichen Aufschub, doch die Mitarbeiter des CCC versuchten, ihre Situation zu ihrem eigenen Vorteil auszunutzen.
Die Strafverfolgungsbehörden dokumentierten die Erpressung eines der Männer. Am 21. November 2024 wurde ein Mittelsmann bei der Entgegennahme von Geld für eine „Dienstleistung“ festgenommen. Die Frage der Festnahme weiterer Beteiligter an dem Betrug wird derzeit geklärt. Der Festgenommene wurde bereits wegen des Verdachts der Annahme unrechtmäßiger Vorteile durch einen Amtsträger angezeigt (Artikel 368 Absatz 3 des Strafgesetzbuches). Die Sanktion dieses Artikels sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren vor.
Bei der Durchsuchung eines der Angeklagten zog er seine Dienstwaffe und bedrohte die Beamten des SBI. Er brachte die Waffe sogar in Kampfstellung und forderte die Herausgabe des beschlagnahmten Mobiltelefons. Wegen dieser Handlungen wurde er wegen versuchten Mordes an Polizeibeamten (Artikel 348 des Strafgesetzbuches) angezeigt, worauf eine lebenslange Freiheitsstrafe steht.

