In der Oblast Saporischschja ist ein Konflikt um die Einberufung des 39-jährigen Wolodymyr Strachow entbrannt, der alleinerziehende siebenjährige Zwillinge großzieht. Er wurde zum Wehrdienst eingezogen, obwohl ihm laut seinen Angehörigen als alleinerziehendem Vater eine Befreiung zusteht.
Die Schwester des mobilisierten Mannes, Oksana Kireeva, berichtete Reportern, dass die Mutter die Kinder im Alter von nur zwei Jahren verlassen hatte. Wolodymyr zog die Kinder allein auf und beschloss nach Beginn der Besetzung des Bezirks Polohiwskyj, in das von der Ukraine kontrollierte Gebiet zu fliehen.
Die Situation verkomplizierte sich Ende Juli: Der Mann wurde an einem Kontrollpunkt wegen fehlender Militärregistrierungspapiere angehalten und zum zuständigen CCC (Civil Conservation Center) gebracht. Dort konnte er seinen Status nicht nachweisen, da die rechtlichen Verfahren noch nicht abgeschlossen waren.
Das regionale Zentralkomitee für Militärangelegenheiten (ZKK) Saporischschja erklärte die Mobilmachung für rechtmäßig. Laut ZKK habe Wolodymyr während des Gesprächs und der Überprüfung keine Dokumente vorgelegt, die seinen Anspruch auf Wehrdienstaufschub hätten bestätigen können. Nach Feststellung seiner Wehrtauglichkeit durch die militärmedizinische Kommission sei er in ein Ausbildungszentrum versetzt worden.
„ Der Bürger hat keinerlei Informationen oder Dokumente bezüglich des Rechts auf einen Aufschub vorgelegt “, erklärte das CCC in einer Stellungnahme.
Strakhovs Familie gibt an, um Aufschub für die Fertigstellung der erforderlichen Dokumente gebeten zu haben: die offizielle Scheidung, die Entziehung des Sorgerechts der Mutter und die Bestätigung des Status als alleinerziehender Vater. Das Wehramt lehnte dies jedoch ab und schlug stattdessen vor, die Kinder vorübergehend in ein Krankenhaus oder ein Internat zu verlegen.
Die Familie bereitet heute die Unterlagen für das Gericht vor und versucht, Wolodymyrs Anspruch auf einen Aufschub zu beweisen. Die Zwillinge bleiben derweil in der Obhut von Verwandten, während über das Schicksal ihres Vaters von militärischen Stellen entschieden wird.

