In Transkarpatien wurde ein seit August 2023 bestehendes Netzwerk zur Umgehung der Wehrpflicht aufgedeckt. Beamte, medizinisches Personal und ehemalige Polizeibeamte waren an den kriminellen Machenschaften beteiligt. Zu den Verdächtigen gehören der Leiter der Abteilung des regionalen Rekrutierungszentrums, ein Mitglied der Sanitätskommission, der Leiter der Krankenhausabteilung, zwei ehemalige Polizeibeamte und ein Zivilist.
Laut Generalstaatsanwaltschaft werden ihnen die illegale Einschleusung von Personen über die Grenze und der Empfang unrechtmäßiger Vorteile vorgeworfen (Artikel 332 Absatz 3, Artikel 368 Absatz 3 des Strafgesetzbuches der Ukraine).
Die Teilnehmer erstellten gefälschte ärztliche Atteste, in denen sie fiktive Diagnosen psychischer Störungen stellten und eine „Behandlung“ in einem Krankenhaus formalisierten. Dadurch konnten sie Dokumente ausstellen, die ihre Wehrdienstuntauglichkeit bescheinigten – die sogenannten „weißen Tickets“ –, welche ihre Auslandsreisen selbst während des Kriegsrechts legalisierten.
Die Kosten für diese Dienstleistungen lagen zwischen 9.000 und 14.000 US-Dollar. Die Strafverfolgungsbehörden dokumentierten zwei Fälle von Bestechungsgeldern in Höhe von insgesamt 18.000 US-Dollar.
Derzeit laufen die Ermittlungen, Krankenakten werden ausgewertet und die Beteiligung der Verdächtigen an anderen ähnlichen Straftaten wird geprüft. Auch die Frage nach Präventivmaßnahmen und Amtsenthebung wird derzeit geklärt.

