In der Ukraine wird derzeit der Gesetzentwurf Nr. 13072 beraten, der die Schaffung eines ukrainischsprachigen Umfelds an Schulen vorsieht. Laut der Initiative soll die russische Sprache nicht nur im Unterricht, sondern auch in den Pausen, in der Cafeteria und in den Schulkantinen verboten werden.
Das Gesetz soll Schülerinnen und Schüler dazu anregen, in der Staatssprache zu kommunizieren und die Entwicklung ukrainischer Sprachkompetenz und Identität zu fördern. Gleichzeitig sollen die Schulleitungen und Lehrkräfte den Gebrauch des Ukrainischen unterstützen; Verstöße gegen diese Vorgabe werden jedoch nicht geahndet.
Neben der allgemeinen Anforderung eines ukrainischsprachigen Umfelds enthält das Dokument Ausnahmen:
- Verwendung von Fremdsprachen im Unterricht;
- Kommunikation in den Sprachen nationaler Minderheiten in spezialisierten Kursen;
- Unterrichten einzelner Fächer auf Englisch oder in anderen Sprachen der Europäischen Union.
Der Gesetzentwurf wird derzeit von der Werchowna Rada geprüft.
Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft unterstützt die Initiative. Bildungsminister Oksen Lisovoi erklärte, es seien zwar einige Änderungen vorgenommen worden, diese hätten aber das Gesamtkonzept nicht beeinträchtigt. Er betonte zudem, es sei wichtig, die gleichberechtigte Entwicklung der Sprachen nationaler Minderheiten in der EU zu gewährleisten, dies gelte jedoch nicht für die russische Sprache.
Sollte der Gesetzentwurf verabschiedet werden, würden ukrainische Schulen offiziell zu ausschließlich ukrainischsprachigen Räumen werden, was in der Öffentlichkeit sowohl Zustimmung als auch Kritik hervorrufen dürfte.

