Der Vorschlag der Regierung von Donald Trump für ein „Friedensabkommen“ zwischen der Ukraine und Russland hat in der Europäischen Union tiefe Besorgnis ausgelöst. Laut Financial Times handelt es sich um einen Ultimatum-Abkommensentwurf, der die Krim als russisch anerkennen und die Ukraine von ihrem euro-atlantischen Kurs zugunsten Moskaus abbringen würde.
Europäische Diplomaten haben ein solches Szenario bereits als inakzeptabel bezeichnet. Brüssel warnt, dass der US-Vorschlag nicht nur ukrainischen Interessen schaden, sondern auch eine tiefe Krise innerhalb der NATO und der EU auslösen könnte.
„Die Krim sowie der Wunsch der Ukraine, der NATO beizutreten, sind für uns rote Linien. Das können wir nicht ablehnen “, sagte einer der hochrangigen EU-Beamten.
Washington übt laut Quellen der Financial Times Druck auf Kiew aus und bietet dem Kreml günstige Bedingungen nach dem Motto „Entweder man stimmt zu oder man lässt einen in Ruhe“. Gleichzeitig erhält die Ukraine im Gegenzug für den Verzicht auf Gebiete und strategische Ziele keinerlei Garantien.
„Das schlimmste Szenario wäre, wenn die USA keine Einigung erzielen und Europa sich zwischen der Unterstützung der Ukraine und der Loyalität zu Washington entscheiden müsste “, sagte einer der europäischen Diplomaten.
Die Position einiger EU-Hauptstädte ist bereits gefestigt: Sie werden kein Friedensszenario unterstützen, das Zugeständnisse an Russland oder einen Kompromiss mit der territorialen Integrität der Ukraine beinhaltet.
Jeremy Shapiro, Direktor des US-Programms beim Europäischen Rat für Auswärtige Beziehungen, merkt an:
„Die Europäer haben stets versucht, eine offene Konfrontation mit den Staaten zu vermeiden. Doch diesmal besteht die Gefahr einer Spaltung der transatlantischen Einheit.“.
Der für Ende Juni geplante NATO-Gipfel könnte ein Moment der Wahrheit sein: Wenn die USA ihr Ultimatum nicht aufgeben, wird Europa eine historische Entscheidung treffen müssen – zu seinem Verbündeten oder zu seinen Prinzipien zu stehen.

