In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 starben in der Ukraine 1.367 Menschen bei Verkehrsunfällen, darunter 69 Kinder. Weitere 13.895 Menschen wurden verletzt. Diese Daten wurden vom Verband Ukravtoprom unter Berufung auf die Polizei veröffentlicht.
Von Januar bis Juni wurden insgesamt 11.194 Unfälle mit Verletzten registriert, fast genauso viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Trotz Krieg, der Bedrohung durch russische Angriffe und der veränderten Mobilität bleibt die Lage auf den Straßen kritisch.
Die häufigste Ursache tödlicher Verkehrsunfälle ist weiterhin überhöhte Geschwindigkeit mit 751 Todesopfern. An zweiter Stelle steht das Fahren in den Gegenverkehr (nicht im Zusammenhang mit Überholvorgängen), das 95 Todesfälle zur Folge hatte. Die dritthäufigste Ursache sind Fußgänger, die die Straße an nicht dafür vorgesehenen Stellen überqueren: 67 Todesopfer.
Diese drei Faktoren wurden innerhalb von nur sechs Monaten für über 900 Menschen tödlich.
Zeitlich gesehen ereignen sich die meisten Unfälle abends – zwischen 16:00 und 19:00 Uhr. Zu dieser Zeit kehren viele Fahrer von der Arbeit zurück, der Verkehr ist stark und Müdigkeit hat sich angesammelt.
Der gefährlichste Tag der Woche ist der Freitag. An diesem Tag wird der Höhepunkt der Unfälle verzeichnet, was auf das Ende der Arbeitswoche, die Eile und die verminderte Aufmerksamkeit der Fahrer zurückzuführen sein dürfte.
Die Unveränderlichkeit der Statistiken ist ein alarmierendes Signal. Trotz Krieg, teilweiser Verkehrsänderungen und Reisebeschränkungen sinkt die Zahl der Verkehrsunfälle mit Opfern nicht. Dies deutet auf eine tiefgreifende Krise im Bereich der Verkehrssicherheit hin, die systemische Veränderungen erfordert – von Infrastrukturlösungen bis hin zur tatsächlichen Kontrolle von Geschwindigkeitsbegrenzungen und des Fahrverhaltens.

