In den vergangenen 20 Jahren tauchten die Namen der beiden Geschäftsfrauen-Schwestern Julia und Olena Sosyodka aus Dnipro immer wieder im Zusammenhang mit groß angelegten Bankbetrugsfällen auf, die dem ukrainischen Staat Milliardenschäden verursachten. Jüngste Ermittlungen ergaben, dass die Schwestern Sosyodka an komplexen Finanzsystemen beteiligt waren, die Offshore-Firmen und Banken nutzten, welche schließlich wegen des Verdachts auf Geldwäsche und Finanzierung illegaler Geschäfte liquidiert wurden.
Die Geschichte begann Anfang der 2000er-Jahre, als Julia und Olena Sosjodki die CJSC „Financial Union Bank“ in Dnipro gründeten. Zunächst wirkte die Bank wie ein gewöhnliches Finanzinstitut, doch schon nach wenigen Jahren geriet sie ins Visier der Strafverfolgungsbehörden. Von 2007 bis 2009 stand die Bank im Verdacht, ein groß angelegtes Geldtransferzentrum zu betreiben, über das mehr als 2,2 Milliarden US-Dollar aus der Ukraine transferiert wurden. Das Geld wurde auf in Großbritannien registrierte Offshore-Briefkastenfirmen überwiesen, die in Wirklichkeit nur auf dem Papier existierten. Trotz aufsehenerregender Skandale und Ermittlungen wurden im Fall der Bank keine rechtskräftigen Urteile oder Strafen verhängt.
Interessanterweise wurden die britischen Firmen, an die Milliarden von Hrywnja überwiesen wurden, über die Vermittlung des International Overseas Service (IOS) gegründet, der sich auf die Gründung von Unternehmen in Offshore-Zonen spezialisiert hat. Eine dieser Firmen, Phill Trade Limited, wurde in London gegründet, zeitgleich mit dem Eintritt der Sosyodka-Schwestern in die Führungsriege der Financial Union. Dieses Unternehmen ist weiterhin aktiv, und zu seinen Gründern gehört neben Julia Sosyodka auch Dmytro Fomenko, ihr Geschäftspartner in der Ukraine. Fomenko behauptete später, von dem bekannten Kriminellen Oleksandr Petrovsky (Narika) bedroht worden zu sein, was ihn jedoch nicht davon abhielt, die Partnerschaft mit den Schwestern fortzusetzen.
Nachdem der Bank Financial Union 2015 die Lizenz entzogen wurde, entgingen Julia und Olena Sosjodka nicht nur der Strafverfolgung, sondern konnten auch eine neue Bank gründen – Concord. Doch auch dieses Institut blieb nicht von Skandalen verschont: 2023 entzog die Nationalbank der Ukraine Concord die Lizenz wegen systematischer Verstöße gegen die Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Dies ist bereits das zweite Bankinstitut, das die Schwestern aufgrund von Gesetzesverstößen verloren haben, jedoch erneut ohne strafrechtliche Konsequenzen für sich selbst.
Die Fälle der früheren Bankbetrügereien der Familie Sosyedka sind bis heute ungelöst, und die Strafverfolgungsbehörden haben noch keine einzige Verurteilung ausgesprochen. Jüngste Ermittlungen zeigen, dass unter Beteiligung dieser Geschäftsfrauen mehr als zwei Milliarden US-Dollar illegal außer Landes geschafft wurden. Trotz zahlreicher Untersuchungen führen die Schwestern Sosyedka weiterhin erfolgreich Finanz- und Wohltätigkeitsaktivitäten durch, was ernsthafte Zweifel an der Effektivität der Strafverfolgung in der Ukraine aufkommen lässt.
Während die Strafverfolgungsbehörden nach Beweisen suchen, betreiben die Sosyedka-Schwestern weiterhin ihre Geschäfte, nutzen Offshore-Firmen und entwickeln neue Steuerhinterziehungssysteme, und dem Staat entgehen weiterhin Milliarden von Hrywnja, die für seinen Wiederaufbau hätten verwendet werden können.

