In Kiew werden neue Regeln für den Umgang mit Tieren in öffentlichen Einrichtungen vorbereitet

Dem Kiewer Stadtrat wurde ein Beschlussentwurf vorgelegt, der die Besuchsregeln für Haustiere in Betrieben grundlegend verändern könnte. Das Dokument sieht vor, dass Geschäftsinhaber – von Läden, Apotheken und Cafés bis hin zu Dienstleistungsbetrieben – selbst entscheiden können, ob und unter welchen Bedingungen sie Besuche von Hunden oder Katzen zulassen.

Die Initiative wurde von Viktoria Ptashnyk, einem Mitglied des Kiewer Stadtrats der Partei Europäische Solidarität, vorgestellt. Laut ihren Angaben wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit der Tierschutzorganisation UAnimals entwickelt, die sich systematisch für Tierrechte einsetzt und sich für die Anpassung des städtischen Raums an die Bedürfnisse von Haustierbesitzern starkmacht.

In Kiew gilt seit 2007 ein Beschluss des Stadtrats, der das Mitbringen von Tieren in Geschäfte, Cafés, Apotheken, medizinische Einrichtungen und andere öffentliche Gebäude ausdrücklich verbietet. Einzige Ausnahme sind Blindenhunde. Damit zählt die Hauptstadt trotz des Wandels in der öffentlichen Meinung und Praxis der letzten Jahre zu den konservativsten Städten in dieser Frage.

Der Resolutionsentwurf verpflichtet Unternehmen nicht zur Tierhaltung, sondern räumt ihnen das Recht ein, eigene Regeln festzulegen. Betriebe können somit selbstständig die Bedingungen für die Mitnahme von Tieren, Größenbeschränkungen, Leinen- und Transportvorschriften sowie sonstige Sicherheitsmaßnahmen bestimmen.

Victoria Ptashnyk merkt an, dass dieses Problem für viele Kiewer Einwohner längst zum Alltag geworden ist. Ihren Angaben zufolge sind Hundehalter oft gezwungen, nach dem Spaziergang nach Hause zurückzukehren, um ihr Tier dort abzugeben, und erst dann einkaufen oder in die Apotheke gehen zu können. Unter Kriegsbedingungen und ständigen Luftangriffen wird diese Logistik noch schwieriger.

Die Abgeordnete betont außerdem, dass ihrer Meinung nach Unternehmen, die freiwillig Haustiere erlauben und die Regeln klar formulieren, einen Wettbewerbsvorteil haben. Dies sei eine Frage der Entscheidung und Verantwortung des jeweiligen Betriebs und kein generelles Verbot für alle.

Tatsächlich bewegt sich Kiew bereits teilweise in diese Richtung. Einige große Einzelhandelsketten erlauben Besuchern, Haustiere mitzubringen. Insbesondere in den Silpo-Supermärkten sind spezielle Einkaufswagen für kleine Hunderassen aufgetaucht. Bislang existierten solche Lösungen jedoch eher trotz als dank der städtischen Vorschriften.

Die Verabschiedung einer neuen Entscheidung könnte die Gesetzeslücke schließen und die Praxis legalisieren, die sich in der Stadt bereits allmählich etabliert. Gleichzeitig hebt das Dokument das Recht von Betrieben nicht auf, die Anwesenheit von Tieren zu verbieten, sofern dies mit Hygienevorschriften oder den Besonderheiten der jeweiligen Tätigkeit zusammenhängt.

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