Ein Notar muss sich in Kiew vor Gericht verantworten, nachdem er im Ausland seine Befugnisse unrechtmäßig an Dritte delegiert und ihnen erlaubt hatte, in seinem Namen notarielle Handlungen vorzunehmen, wie die Polizei der Hauptstadt mitteilte.
Die Ermittlungen ergaben, dass sich der Notar im August/September 2022 im Ausland aufhielt, seine Tätigkeit jedoch fortsetzte. Zu diesem Zweck gewährte er seinen Komplizen in Kiew Zugang zu einem dienstlichen Computer, einer elektronischen Signatur, notariellen Formularen und einem Siegel. So konnten Mandanten Vollmachten und andere Dokumente erhalten, ohne dass der Notar selbst anwesend war.
Im Zuge der Ermittlungen dokumentierten die Strafverfolgungsbehörden die unbefugten Eingriffe in den Betrieb von Informationssystemen durch eine Gruppe von Personen während des Kriegsrechts. Daraufhin wurde der Notar gemäß Artikel 27 Absatz 3 und Artikel 361 Absatz 5 des ukrainischen Strafgesetzbuches angeklagt.
Es geht um die Organisation und Erleichterung des unbefugten Zugriffs auf Computersysteme, was als schweres Verbrechen eingestuft wird. Die Ermittlungen sind abgeschlossen, und die Anklageschrift wurde dem Gericht übermittelt.
Wie bereits erwähnt, drohen dem Angeklagten bis zu 15 Jahre Haft sowie eine mögliche Einschränkung des Rechts, Positionen im Bereich der Rechtswissenschaft zu bekleiden, für bis zu drei Jahre.
Dies ist nicht der erste Gesetzesverstoß dieses Notars: Er stand bereits zuvor im Verdacht, mehr als 110 Dokumente unbefugt unterzeichnet zu haben.

