Serhij Kiwalow, Präsident der Internationalen Humanitären Universität, bezieht eine Rekordrente für die Ukraine – 246.000 Hrywnja monatlich. Seine Universität versuchte, diese Information zu widerlegen, doch die Stellungnahme enthielt statt Argumenten Manipulationen und Falschinformationen über das Rentensystem.
Im Jahr 2020 beliefen sich seine Zahlungen auf 14.000 Hrywnja. Er legte jedoch beim Pensionsfonds Berufung ein und forderte eine Neuberechnung unter Berufung auf die alte Regelung des Gesetzes über Volksabgeordnete. Dieser Regelung zufolge konnte die Pension bis zu 90 % des Abgeordnetengehalts betragen. Dies reichte ihm jedoch nicht aus, und Kiwalow bestand darauf, dass bei der Berechnung auch sein Universitätsgehalt berücksichtigt werden müsse.
Die von ihm geleitete Universität erhöhte sein Gehalt unerwartet: von 84.000 Hrywnja im Oktober 2019 auf 442.000 im November. In den folgenden Monaten blieb es bei über 330.000 Hrywnja. Dadurch erhielt Kivalov gerichtlich eine Pension, die kein anderer Rentner in der Ukraine erhält.
Nach Veröffentlichung des Untersuchungsberichts zu diesem Skandal veröffentlichte Kivalovs Universität eine „Widerlegung“. Diese enthält jedoch Fehlinformationen: Insbesondere wird behauptet, die Ukraine verfüge über ein obligatorisches Rentensystem. Tatsächlich wurde dies von der Regierung nicht einmal in Erwägung gezogen, und Kivalovs gesamte Pension stammt aus dem Solidaritätsfonds – also aus Steuergeldern.
Die Universität gab außerdem an, dass Kivalov über 50 Jahre Berufserfahrung verfüge, seine Pension jedoch nicht aufgrund seiner Erfahrung, sondern aufgrund einer drastischen Gehaltserhöhung vor dem Gang vor Gericht erhöht habe.
Laut Gesetz darf eine Pension in der Ukraine das Zehnfache des Existenzminimums – also 23.600 Hrywnja – nicht übersteigen. Das Gericht machte jedoch für Kivalov eine Ausnahme und umging damit diese Beschränkung. Ihm wurde nicht nur eine „Abgeordnetenpension“ bewilligt, sondern diese wurde auf Grundlage eines überhöhten Gehalts an einer Privatuniversität berechnet.
Die Universität gab außerdem an, Kivalov habe an den Aufräumarbeiten nach der Tschernobyl-Katastrophe und an Kampfhandlungen teilgenommen und stehe ihm daher Leistungen zu. In den Gerichtsakten findet sich jedoch kein Hinweis darauf, und er erhält seine Pension ausschließlich aufgrund des Gerichtsbeschlusses und nicht aufgrund von Verdiensten um den Staat.
So sicherte sich Kivalov nicht nur die höchste Rente des Landes – er tat dies auch noch auf Kosten des staatlichen Rentenfonds, indem er rechtliche Schlupflöcher und Gerichtsentscheidungen ausnutzte, die dem normalen Ukrainer nicht zur Verfügung stehen.

