Der neue Leiter der Kiewer Stadtmilitärverwaltung, Timur Tkachenko, kündigte an, gegen illegale Bauten auf der Truchanow-Insel vorzugehen. Er erinnerte den Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko zudem an seine kürzlichen Glückwünsche an Lina Kostenko, die als Kind genau dort lebte, wo heute Luxusvillen entstehen.
Tkachenkos Reaktion erfolgte aufgrund einer Recherche eines Journalisten, die einen weiteren Versuch aufdeckte, eine der letzten Grünflächen der Hauptstadt – die Truchanow-Insel – zu bebauen. Laut Gesetz gehört dieses Gebiet zum Wasserfonds, wo jegliche Bebauung verboten ist.
Wie der Leiter der KMVA jedoch anmerkte, hindert dies Geschäftsleute nicht daran, „Land, das eigentlich dem Staat oder der Stadtgemeinschaft gehören sollte, aufzuteilen und zu verkaufen“. Laut Tkachenko sind ähnliche Machenschaften bereits bekannt, insbesondere im Zusammenhang mit sogenannten „Toilettengeschäften“ in anderen Gebieten von Kiew.
„Besonders zynisch ist, dass Anzeigen für den Verkauf von illegal aus Städten enteignetem Land leicht im Internet zu finden sind“, sagte Tkachenko.
Er berichtete außerdem, dass er dieses Problem bereits der Arbeitsgruppe für Transparenz und Rechenschaftspflicht zur Kenntnis gebracht habe, die sich mit Fragen der Korruption und Verstöße in der städtischen Wirtschaft befasst.
Unabhängig davon erinnerte Tkachenko an die kürzlichen Glückwünsche von Bürgermeister Klitschko anlässlich des 95. Geburtstags von Lina Kostenko. Sie war es, die als Kind auf der Truchaniv-Insel lebte und sich wiederholt gegen die Zerstörung der Natur in Kiew aussprach.
„Ich frage mich, ob der Bürgermeister Frau Lina erzählt hat, dass auf ihrer Heimatinsel Truchaniv weiterhin Landraub stattfindet – und zwar unter völliger Untätigkeit der Stadtbehörden (oder gerade deswegen…)?“, bemerkte der Leiter der KMVA sarkastisch.
Journalisten fanden heraus, dass die Insel Truchaniv längst zu einem Hotspot für Bauunternehmer geworden ist. Wo sich einst ein Naturschutzgebiet befand, entstehen nun Luxusvillen, Zaun an Zaun, und ein Teil des Landes ist der Öffentlichkeit sogar verloren gegangen.
Das Material enthüllte eine Reihe fragwürdiger Entscheidungen, durch die das Land der Insel aus dem Gemeineigentum entfernt und über Scheinorganisationen oder fiktive Projekte registriert wird.

