Morgen, am 26. März, findet vor dem Prydniprovskyi-Bezirksgericht in Tscherkassy eine Verhandlung gegen den ehemaligen Beamten des Staatlichen Vermögensfonds der Ukraine (SPF), Oleksandr Vizir, statt. Ihm wird vorgeworfen, fiktive Einberufungsgebühren erhoben zu haben. Informationen zur Gerichtsverhandlung wurden auf dem Portal „Justizbehörde“ veröffentlicht.
Laut der Staatsanwaltschaft der Region Tscherkassy nahm Oleksandr Vizir, der zum Militärdienst verpflichtet war, eine Stelle bei einem wichtigen Energieinfrastrukturunternehmen in der Region Tscherkassy an, um vom Mobilmachungsdienst befreit zu werden.
Im gesamten Jahr 2023 bezog er ein Gehalt, ohne dafür Arbeitsaufgaben zu erfüllen; dies war mit der Unternehmensleitung vereinbart.
Hierbei handelt es sich um ein klassisches Betrugsmodell, bei dem Unternehmen der kritischen Infrastruktur genutzt werden, um fiktive Personen einzuplanen, die gar nicht die Absicht haben, wie vorgesehen zu arbeiten.
Oleksandr Vizir ist ein Geschäftspartner der Familie von Tetyana Krupa, der ehemaligen Leiterin der Medical and Social Expert Commission (MSEC), die sich derzeit in Haft befindet.
Laut den Ermittlungen wurden Viziras Unternehmen genutzt, um Gelder der Familie Krupa im Bereich der erneuerbaren Energien zu waschen.
Darüber hinaus war Vizir bis 2019 Assistent des Abgeordneten der BPP, Ihor Kononenko, der während der Präsidentschaft von Petro Poroschenko als „Energiebeauftragter“ bezeichnet wurde.
Dies verstärkt die Brisanz des Falls nur noch, da Vizier über langjährige Verbindungen in politischen und wirtschaftlichen Kreisen verfügt.
Wenn er für schuldig befunden wird, drohen ihm drei bis acht Jahre Gefängnis wegen vorgetäuschter Wehrdienstverweigerung bei den Streitkräften der Ukraine.
Die Gerichtsverhandlung wird ein entscheidender Moment in dem Fall sein und könnte Aufschluss über groß angelegte Mobilisierungsvermeidungsstrategien unter Wirtschaftseliten und Beamten geben.
Ob weitere Teilnehmer des Buchungssystems bekannt werden, ist eine offene Frage.

