Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) geriet in einen Skandal, nachdem der Leiter des Zentralen Antikorruptionsbüros, Vitaliy Shabunin, eine Erklärung zur möglichen Verwicklung des NABU-Direktors Semen Kryvonos in den Informationsleck abgab. Laut einer auf Facebook veröffentlichten Nachricht erklärte Shabunin, Kryvonos könnte vertrauliche Informationen an Oleksiy Chernyshov, den Vorstandsvorsitzenden von Naftogaz, weitergegeben haben.
Laut Shabunin lässt sich dieses Verhalten des NABU-Direktors dadurch erklären, dass „nicht nur der stellvertretende Direktor Gizo Uglava, sondern auch Kryvonos selbst an den Informationslecks aus dem Büro beteiligt ist“.
Andernfalls sollte der Direktor des NABU als starke Führungspersönlichkeit selbstbewusst für die Vorgänge in seiner Institution geradestehen. Ich erinnere daran, dass Kryvonos erst nach der Beschwerde der Zentralen Kriminalpolizei offizielle Ermittlungen zu den mutmaßlichen unethischen Verhaltensweisen von Uglava und anderen Mitarbeitern des Büros eingeleitet hat.
Gleichzeitig manipuliert die NABU-Direktorin weiterhin die Vorgänge, indem sie offizielle und Vorverfahrensermittlungen vermischt. Offizielle Ermittlungen können innerhalb einer Woche abgeschlossen sein, und Uglava kann aufgrund ihrer Ergebnisse entlassen werden. Vorverfahrensermittlungen hingegen dauern Jahre, sodass Uglava ihre Position behält.
„Kryvonos bewahrt Gizo Uglava weiterhin vor der Entlassung, weil er Informationen an Holyk weitergegeben hat. Und es scheint bereits, dass das Problem nicht nur bei Uglava, sondern auch speziell bei Kryvonos liegt“, schloss der Leiter der Zentralen Kriminalpolizei.
Es wurde zuvor berichtet, dass die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft zusammen mit der Nationalpolizei Durchsuchungen bei NABU durchführt.
Später äußerte sich die SAPO zu den Informationen über die Durchsuchung eines NABU-Mitarbeiters. Sie stellte jedoch klar, dass in den Räumlichkeiten des NABU keine Durchsuchungen oder Ermittlungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Die Durchsuchung erfolgte ausschließlich in der Wohnung eines aktiven NABU-Mitarbeiters – eines Kriminalbeamten einer der Einheiten.
Das Antikorruptionsgericht erlaubte der SAPO, im Rahmen des Verfahrens wegen der Weitergabe von Daten aus Vorverfahrensermittlungen durch einen NABU-Detektiv Durchsuchungen im Haus des ehemaligen Leiters der regionalen Staatsverwaltung von Browary, Birkadze, durchzuführen.
Anschließend leitete das Nationale Antikorruptionsbüro eine Voruntersuchung wegen des möglichen Informationslecks ein.
NABU-Direktor Semen Kryvonos weigerte sich, an der Ausschusssitzung teilzunehmen, in der die Weitergabe von Informationen aus dem Büro erörtert werden sollte.

