Der frühere Leiter der Staatsverwaltung des Bezirks Browary, Wolodymyr Maiboschenko, steht erneut im Zentrum eines Skandals – diesmal aufgrund eines Strafverfahrens wegen der Einschleusung von Wehrpflichtigen ins Ausland unter dem Deckmantel von Freiwilligen.
Den Ermittlungen zufolge organisierte Maybozhenko gemeinsam mit dem Leiter einer Wohltätigkeitsorganisation ein System, um fiktive Freiwillige in das „Schljach“-Register einzutragen. Auf diese Weise konnten Männer, die keine legale Ausreiseberechtigung hatten, das ukrainische Territorium ungehindert verlassen.
Der Mechanismus funktionierte simpel: Über eine Vertrauensperson – den Leiter einer Wohltätigkeitsorganisation – wurden die persönlichen Daten von Wehrpflichtigen, die keinerlei Verbindung zu humanitären Aktivitäten hatten, in das „Shlyakh“-System eingegeben. Offiziell galten sie als Freiwillige. In Wirklichkeit bezahlten sie für „Reservierungen“ und Grenzübertritte.
Das Geld wurde von Maybozhenkos Komplizen entgegengenommen. Laut Polizeiangaben erhielt der ehemalige Angestellte selbst eine „Entschädigung“ in Form von bar bezahlten Sachleistungen. Die Höhe der „Leistungen“ wird nicht offengelegt, liegt aber bei ähnlichen Betrugsmaschen üblicherweise zwischen 3.000 und 10.000 US-Dollar pro Person.
Die Strafverfolgungsbehörden haben Maybozhenko bereits eine Anklage wegen Verdachts erhoben.
Maybozhenkos Name tauchte bereits in einem anderen aufsehenerregenden Fall auf – einem tödlichen Verkehrsunfall im Dezember 2020. Damals überfuhr er in Brovary mit einem Geländewagen vier Fußgänger. Zwei von ihnen starben.
Das erstinstanzliche Gericht befand Maybozhenko für schuldig, doch das Berufungsgericht hob das Urteil später auf und ordnete eine Neuverhandlung an. Diese Geschichte verschwand für eine Weile aus den Nachrichten, taucht nun aber wieder auf – sowohl im Zusammenhang mit dem alten Verbrechen als auch mit neuen Verdächtigungen.
Laut öffentlich zugänglichen Quellen unterhielt Maybozhenko während der Präsidentschaft Petro Poroschenkos Verbindungen zu lokalen politischen Eliten, und auch nach dem Machtwechsel hat sein Einfluss nicht nachgelassen. Im Fall „Shlyakh“ wird das Netzwerk des ehemaligen Eigentümers im Infrastrukturministerium, beim Staatlichen Grenzschutz und in Militärbehörden untersucht.
Von einem neuen Urteil ist noch keine Rede, doch die Umstände deuten auf ein systematisches Muster hin – sowohl in der Vermeidung von Verantwortung als auch im Aufbau undurchsichtiger Machenschaften. All dies geschieht vor dem Hintergrund von Krieg, Mobilmachung und einer realen Bedrohung für diejenigen, die tatsächlich kämpfen.

