Ende April tauchten im Internet Videos auf, die Angestellte der Kiewer Stadtverwaltung beim Alkoholkonsum in ihren Büros und anschließendem Ausruhen auf dem Boden zeigten. Die skandalösen Aufnahmen entstanden in den Räumlichkeiten der Tourismus- und Marketingabteilung der Kiewer Stadtverwaltung, genauer gesagt im Büro der Abteilungsleiterin Marina Radova.
LIGA.net berichtet , bestätigte die Kiewer Stadtverwaltung die Echtheit des Videos. Laut Kateryna Baranova, Leiterin der Abteilung für Informationspolitik, ereigneten sich die Vorfälle bereits im Jahr 2022. Das Tourismusministerium stellte klar, dass einige der im Video zu sehenden Mitarbeiter bereits entlassen wurden.
Nachdem das Video öffentlich geworden war, erklärte die stellvertretende Leiterin der Kiewer Stadtverwaltung, Maryna Honda, dass die Ereignisse nicht, wie zunächst angenommen, in ihrem Büro stattgefunden hätten. Sie betonte, dass das Video die Räumlichkeiten der Tourismusdezernentin Maryna Radova zeige. Diese habe ihrerseits angeblich ein Rücktrittsschreiben verfasst. Wie sich jedoch herausstellte, befindet sich Radova am 5. Mai 2025 weiterhin im Krankenstand, und über ihre Entlassung ist noch nicht entschieden worden.
In der Kiewer Stadtverwaltung wurde eine interne Prüfung eingeleitet. Die Personalabteilung betonte, dass das Erscheinen eines Beamten am Arbeitsplatz in alkoholisiertem Zustand einen Disziplinarverstoß darstellt, der zur Entlassung führen kann.
Der Skandal gewinnt angesichts des Kriegsrechts und der begrenzten Haushaltsmittel in der Hauptstadt noch mehr an Brisanz. Die Öffentlichkeit fordert eine transparente Untersuchung und die Bestrafung der Täter. In den sozialen Netzwerken breitet sich bereits Empörung aus, mit Forderungen nicht nur nach der Freilassung der im Video gezeigten Frauen, sondern auch nach einer Überprüfung der Personalpolitik in der gesamten Kiewer Stadtverwaltung.

