Das ukrainische Antimonopolkomitee hat eine Absprache zwischen zwei Unternehmen aufgedeckt, die regelmäßig Aufträge für Straßenreparaturen in Kiew erhielten. Den Ermittlungsergebnissen zufolge handelt es sich um die ABZ1 LLC und die TRINITY-GROUP LLC, die bei der Teilnahme an Ausschreibungen der KP KYIVTEPLOENERGO für die Jahre 2023–2024 ihre Aktivitäten koordinierten. Der Auftragswert überstieg 50 Millionen Hrywnja.
Wegen dieser Verstöße wurden beide Unternehmen mit einer Gesamtstrafe von 25,6 Millionen UAH belegt. Insbesondere die ABZ1 LLC ist seit Langem aktiv an Straßenbauprojekten in der Hauptstadt beteiligt. Im Jahr 2025 unterzeichnete das Unternehmen mindestens zwölf Verträge mit dem Kiewer Stadtrat über ein Gesamtvolumen von mehr als 73 Millionen UAH. Die jüngste Ausschreibung – über 10 Millionen UAH – betraf die Lieferung von Material für die Straßenreparatur im Bezirk Obolon und wurde am 12. Juni abgeschlossen.
Parallel dazu wurde ein Strafverfahren gegen ABZ1 LLC eingeleitet. Die Ermittlungen betreffen den Verdacht der überhöhten Materialkosten und der Veruntreuung von Geldern in Absprache mit Verantwortlichen von Versorgungsunternehmen.
Die Recherchen der Journalisten umfassten auch enge Verwandte des Abgeordneten Mykola Tyshchenko. In einem Artikel auf Bihus.info vom Mai 2024 wird German Blinov erwähnt, der Ehemann von Tyshchenkos Schwester, der ein Auto der Firma ABZ1 LLC nutzt. Seine Frau, Julia Tyshchenko, wiederum verpfändete zwei Häuser in Nowy Besradichy an dasselbe Unternehmen.
Diese Tatsachen bestärken den Verdacht, dass der Volksabgeordnete oder seine Verwandten informellen Einfluss auf die Aktivitäten des Unternehmens ausüben.
Die Geschichte der Eigentümer von ABZ1 erwies sich ebenfalls als bemerkenswert. Bis Januar 2023 gehörte das Unternehmen Valery Miroshnychenko, einem ehemaligen Mitarbeiter des Kiewer Forschungsinstituts für forensische Untersuchungen. Ihm gehörte auch die gleichnamige Firma ABZ-1, deren Finanzdirektorin Halyna Ruvina war.
Trotz strafrechtlicher Verfahren und Bußgeldern erhält das Unternehmen weiterhin Aufträge aus dem Kiewer Stadthaushalt. Dies wirft Fragen hinsichtlich der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen auf, die verhindern sollen, dass Unternehmen mit Reputationsrisiken an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen.

