Mobilisierung ohne Dialog: Warum die Spannungen zwischen dem CCC und der Gesellschaft zunehmen

Die Konfrontation zwischen Mobilisierungsstrukturen und der Zivilbevölkerung in der Ukraine mündet zunehmend in eine offene verbale und juristische Auseinandersetzung. Auslöser war auch die scharfe Stellungnahme des Kiewer Territorialen Rekrutierungszentrums (TCC) vor dem Hintergrund von Angriffen auf TCC-Mitarbeiter.

In ihrem offiziellen Kommentar äußerte sich die Organisation äußerst scharf gegen Wehrdienstverweigerer und verwendete Formulierungen, die in der Öffentlichkeit Empörung auslösten. Insbesondere die Wehrdienstverweigerer wurden als „graue Masse“ und „verblasstes Pöbel“ bezeichnet, und die Wehrdienstverweigerer selbst wurden mit Feinden und Mördern gleichgesetzt. Diese Rhetorik war in ihrer Härte beispiellos und rief Kritik aus der Menschenrechtsgemeinschaft hervor.

Vor diesem Hintergrund wirken die vom Menschenrechtsbeauftragten der Werchowna Rada, Dmytro Lubinets, veröffentlichten Zahlen besonders aufschlussreich. Ihm zufolge hat die Zahl der Bürgerbeschwerden gegen das Vorgehen von Mitarbeitern der Zentralen Kriminalpolizei (ZK) deutlich zugenommen. Waren es 2022 lediglich 18 Beschwerden, so waren es 2024 bereits über 3.400.

Der Ombudsmann bestätigt das Vorliegen systematischer Verstöße, darunter die rechtswidrige Inhaftierung von Bürgern, die Beschlagnahmung persönlicher Gegenstände, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und die Anwendung von Gewalt. Er nennt als gesondertes Problem die formale Vorgehensweise der militärärztlichen Kommissionen, bei der eine Person allein aufgrund von Dokumenten als diensttauglich eingestuft wird, während die Streitkräfte diese Rekruten aufgrund ihres tatsächlichen Gesundheitszustands anschließend ablehnen.

Menschenrechtsaktivisten weisen darauf hin, dass die Situation durch den Mangel an effektivem Dialog zwischen den Parteien verkompliziert wird. Vertreter des CCC berufen sich auf die Pflicht, den Staat in Kriegszeiten zu schützen, während Bürger die massive Missachtung von Verfahrensrechten, insbesondere des Rechts auf Rechtsbeistand und angemessene medizinische Untersuchungen, anprangern.

Dmytro Lubinets betont, dass die Verantwortung für Gesetzesverstöße für alle Konfliktteilnehmer unausweichlich sei. Seiner Ansicht nach dauere der Krieg an und eine Mobilisierung sei notwendig, diese müsse jedoch ausschließlich im Rahmen der geltenden Gesetzgebung und unter Achtung der Menschenrechte erfolgen.

Gleichzeitig vertiefen radikale Äußerungen einiger Vertreter des Zentralkomitees der Streitkräfte (ZK) und die Missachtung rechtlicher Verfahren die Kluft zwischen Militär und Bevölkerung. Infolgedessen spitzt sich die Frage nach der Grenze zwischen Staatssicherheit und Willkür immer weiter zu, was laut Experten die Glaubwürdigkeit des Staatsschutzes in den Augen der Bürger untergraben könnte.

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