Die Mobilisierungsmechanismen in der Ukraine könnten sich in naher Zukunft erheblich verändern. Die Werchowna Rada kündigt die Ausarbeitung eines umfassenden Konzepts an, das gleichzeitig Konflikte während der Einberufung verringern und die Verantwortlichkeit der Wehrdienstverweigerer erhöhen soll.
Dies berichtete Fedir Venislavsky, Mitglied des parlamentarischen Ausschusses für Nationale Sicherheit, Verteidigung und Nachrichtendienste. Ihm zufolge werde aktiv an der Verbesserung der Mobilmachungsverfahren gearbeitet, und die Änderungen sollten systemisch sein – unter Berücksichtigung sowohl der Bürgerrechte als auch der Bedürfnisse der Staatsverteidigung.
Eine der Hauptaufgaben, so der Abgeordnete, sei die Reduzierung von Konfliktsituationen während der Mobilmachungsmaßnahmen. Zuvor hatte der ukrainische Präsident die Notwendigkeit betont, Fälle zu minimieren, die öffentliche Aufmerksamkeit erregen und zu Vorwürfen von Menschenrechtsverletzungen führen. Laut Venislavsky wird diese Position sowohl vom zuständigen Komitee als auch vom Verteidigungsminister Mychajlo Fjodorow unterstützt.
Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Aktivitäten der regionalen Beschaffungsstellen nicht zu öffentlichen Skandalen oder Informationsmanipulationen führen. Gleichzeitig räumte der Abgeordnete ein, dass die zahlreichen Fälle, in denen Bürger ihrer Pflicht, nach Vorladung bei der regionalen Beschaffungsstelle zu erscheinen, nicht nachkommen, weiterhin ein Problem darstellen.
Das Verteidigungsministerium erarbeitet in diesem Zusammenhang ein Maßnahmenpaket, das dem zuständigen Ausschuss in Kürze vorgelegt werden soll. Anschließend wird eine breitere parlamentarische Debatte erwartet.
Laut Venislavsky beinhaltet das Reformkonzept eine erhöhte Verantwortung für diejenigen, die sich der Mobilmachungspflicht entziehen. Er betonte, dass das Leben derer, die ihrer verfassungsmäßigen Pflicht zum Schutz des Staates nicht nachkommen, nicht leichter sein dürfe als das Leben derer, die sich anderen Verpflichtungen, wie etwa der Unterhaltszahlung, entziehen. Derzeit würden, so Venislavsky, strengere Auflagen für Unterhaltsverweigerer gelten als für Wehrdienstverweigerer.
Einzelheiten zu den anstehenden Änderungen wurden noch nicht bekannt gegeben. Sie sollen veröffentlicht werden, nachdem die Vorschläge von einem Parlamentsausschuss geprüft wurden.

