Die russische Führung beabsichtigt nicht, den Krieg gegen die Ukraine durch ernsthafte Verhandlungen zu beenden, sondern sammelt aktiv Ressourcen, um die Kampfhandlungen bis 2027 fortzusetzen. Dies erklärte Andrij Kowalenko, Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation im Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat, auf dem „Espresso“ .
Andrij Kowalenko betonte, dass die Aktivitäten des russischen militärisch-industriellen Komplexes, die wirtschaftlichen Schwerpunkte und Putins Äußerungen darauf hindeuten, dass sich die Russische Föderation auf einen langen Krieg vorbereitet. Laut dem Experten strebt der Kreml nicht nur Krieg an, sondern auch Desinformation, um die ukrainische Führung international zu diskreditieren.
„Sie versuchen, die Erzählung von der Illegitimität des ukrainischen Präsidenten zu nutzen, um einen Krieg ohne Beteiligung der Ukraine auszuhandeln. In diesem Kontext setzt Moskau seine Hoffnungen auf den neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump“, bemerkte Kovalenko.
Trotz der Ambitionen des Kremls sind seine Ressourcen nicht unbegrenzt. Russland ist auf die Unterstützung von Partnern wie China angewiesen, die ihm helfen, Sanktionen zu umgehen und seinen militärisch-industriellen Komplex aufrechtzuerhalten.
„Wenn wir China in die Verhandlungen einbeziehen und es davon überzeugen können, eine neutrale oder pro-ukrainische Position einzunehmen, könnte dies die Rhetorik Moskaus verändern“, glaubt Kovalenko.
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind Russlands Bemühungen, die internationale Position zur europäischen Integration der Ukraine zu verändern. Der Kreml propagiert aktiv die Idee, dass die Ukraine nicht NATO-Mitglied werden sollte, und versucht, diese Ansichten dem Trump-Team aufzuzwingen.
„Unsere Aufgabe ist es, eine Manipulation der Sicherheitsgarantien zu verhindern, damit diese keine Zugeständnisse enthalten, die die europäische Integration der Ukraine oder ihre Sicherheitsgarantien schwächen könnten“, betonte Kovalenko.
Russland versucht, den Krieg zu verlängern, seine diplomatischen Bemühungen zu intensivieren und mögliche Verschiebungen in der Weltpolitik auszunutzen. Die ukrainische Diplomatie muss jedoch gemeinsam mit ihren internationalen Partnern Moskaus Versuche, Verhandlungen als Instrument der Manipulation zu missbrauchen, verhindern.

