Am Donnerstag, dem 21. August, führte das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine Durchsuchungen bei Mitarbeitern des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU) durch. Laut Ermittlungen sollen SBU-Beamte Bestechungsgelder in Höhe von 4,2 Millionen UAH für die Weitergabe offizieller Informationen an eine Person erhalten haben, die mit dem Oligarchen Ihor Kolomoisky in Verbindung steht. Dies berichtete die Zeitung ZN.UA unter Berufung auf einen Beschluss des Obersten Antikorruptionsgerichts.
Die Durchsuchungen richteten sich gegen Ivan Sukhorada, stellvertretenden Leiter der Hauptdirektion für Spionageabwehr im Bereich kritischer Infrastrukturen des SBU, und Petro Dudar, den Leiter der Abteilung. Laut Ermittlungen könnten sie Bohdan Yakymets, den Kontaktmann zwischen Kolomoisky und der SBU-Führung, über die Lage im Energiesektor und strafrechtliche Verfahren des SBU informiert haben.
Berichten zufolge erhielt NABU die Beweise für die Durchsuchungen nach der Überprüfung von Yakymets' Telefon, das bei einer Durchsuchung im Februar 2025 beschlagnahmt worden war. Das Telefon enthielt Korrespondenz mit Sukhorada und Dudar sowie Informationen über die Fälle der PJSC "Ukrnafta" und der PJSC "Ukrtatnafta".
Sukhorada und Dudar wurden bis auf Weiteres von ihren Ämtern suspendiert. Sie stehen unter der Aufsicht des SBU.
Im Kontext der jüngsten Ereignisse ist anzumerken, dass die NABU-Ermittler Ruslan Magomedrasulov und weitere Kollegen, die vom SBU des Hochverrats beschuldigt werden, zuvor im Fall Yakymets ermittelt hatten. Dadurch erhielt der SBU Zugriff auf sämtliche Unterlagen der NABU-Ermittlungen gegen ihn.
Diese Situation ist Teil eines umfassenderen Konflikts zwischen Antikorruptionsbehörden und dem SBU geworden, insbesondere vor dem Hintergrund von Anschuldigungen, die Flucht von Kolomoiskys Geschäftspartnern erleichtert zu haben, und von Ermittlungen zu möglichen Verbindungen zwischen NABU-Ermittlern und Russland.

