In der Ukraine wurde ein groß angelegter Betrug zur Beschlagnahmung von Getreide der staatlichen Lebensmittel- und Getreidegesellschaft der Ukraine aufgedeckt. Laut den Ermittlungen verlor der Staat über 105.000 Tonnen Getreide im Wert von 28,8 Millionen US-Dollar, was zum Zeitpunkt der Transaktion etwa 776 Millionen Hrywnja entsprach. Das Getreide wurde exportiert und an ausländische Abnehmer verkauft.
Dies teilten das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft mit. Ihren Angaben zufolge ist eine Gruppe von Personen an der Organisation des Komplotts beteiligt, darunter der ehemalige Vorstandsvorsitzende eines Staatskonzerns, der ehemalige Leiter der Handelsabteilung, der Inhaber eines ausländischen Unternehmens, eine Vertrauensperson eines Vertreters dieses Unternehmens sowie ein weiterer Beteiligter. Drei der Beschuldigten wurden bereits festgenommen, und das Gericht wird voraussichtlich in Kürze präventive Maßnahmen gegen sie anordnen.
Die Ermittlungen ergaben, dass das System bereits 2021 aktiv war. Die Leitung des staatlichen landwirtschaftlichen Produktions- und Verarbeitungsbetriebs der Ukraine schloss vier Verträge mit einem ausländischen Unternehmen über die Lieferung von Futtermais mit einem Gesamtvolumen von über 100.000 Tonnen ab. Die Vertragsbedingungen sahen eine vollständige Vorauszahlung vor, die jedoch faktisch umgangen wurde.
Die Konnossemente, Dokumente, die das Eigentum an der Ladung belegten, spielten bei der Transaktion eine entscheidende Rolle. Die Originale dieser Dokumente gelangten in den Besitz des Käufers, wodurch dieser die Schiffe ohne Bezahlung entladen und das Getreide veräußern und an Dritte im Ausland weiterverkaufen konnte.
Gleichzeitig blieben dem Staatsunternehmen lediglich Kopien von Frachtbriefen mit gefälschten Unterschriften und Siegeln, die den Anschein erweckten, Kontrolle über die Waren zu haben. Die tatsächliche Zahlung für die gelieferten Produkte ging nicht auf den Konten des Unternehmens ein.
Laut Strafverfolgungsbehörden wurde das gestohlene Getreide an Unternehmen im Iran, in der Türkei und in Ägypten verkauft. Die Beteiligten transferierten die erhaltenen Gelder über diverse Banktransaktionen, vermischten sie mit legalen Einkünften und investierten sie in kontrollierte Unternehmen, insbesondere durch den Kauf von Rohstoffen und Vermögenswerten.
Die Taten der Verdächtigen fallen unter mehrere Artikel des ukrainischen Strafgesetzbuches, darunter die Veruntreuung von Vermögen in besonders großem Umfang, die Geldwäsche und die Urkundenfälschung. Die Höchststrafe beträgt bis zu zwölf Jahre Haft mit Einziehung des Vermögens.
Die Ermittlungen dauern an.

